Neue OP-Methode in Mittweida

Das Krankenhaus hat in Medizintechnik investiert. Nun können auch Patienten mit schweren Durchblutungsstörungen behandelt werden.

Mittweida.

Ganz klar: Der Mann, der mit schweren Durchblutungsstörungen in Oberschenkel und Becken vergangene Woche in die Klinik für Gefäßchirurgie in Mittweida gekommen war, wäre vor vier Wochen weitergeschickt worden. Mit dem neuen speziellen Operationstisches aus Carbonfasern, der die Röntgenstrahlung nicht behindert, sowie einem speziellen Röntgengerät, das in der Lage ist, sich den Verlauf von Gefäßen zu merken, ist es seit Januar 2017 möglich, sogenannte Hybridoperationen in Mittweida durchzuführen. Der 50-Jährige war der erste so behandelte Patient. Das teilte Krankenhaussprecherin Jana Weißflog gestern mit. Nach nur drei Tagen konnte er entlassen werden. "Bei einer Hybridoperation handelt es sich um eine Kombination aus gefäßchirurgischer Operation und endovasculärer Therapie. Sie ermöglicht, Gefäße im Bauchraum oder an den Extremitäten erweitern oder öffnen zu können, ohne sie großzügig freilegen zu müssen", sagt Dr. Andreas Wurlitzer, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Ohne die neue Technik hätte man bei dem Patienten "zwei große Schnitte im Leisten- sowie Flankenbereich machen müssen, um einen Bypass zu legen. Dies hätte mehr Schmerzen, größere Narben sowie einen Krankenhausaufenthalt von etwa zehn Tagen bedeutet." Mit dem neuen Verfahren sei es nur ein zwei Zentimeter langer Schnitt gewesen.

Hybridoperationen sind seit Jahren in Deutschland etabliert. Die umliegenden Krankenhäuser wie Hartmannsdorf und Chemnitz bieten diese Operationstechnik bereits an. Das Krankenhaus Mittweida plant für die zweite Jahreshälfte einen Vortrag zum Thema.


Die Hybridoperation - was ist das?

Das Hybridauto kennt jeder. Aber was ist eine Hybridoperation? Der Begriff "Hybrid" steht für die Kombination zweier Methoden. Beim Hybridauto etwa erfolgt der Antrieb durch Elektro- und Benzinmotor.

Unter einer Hybridoperation versteht man in der Gefäßchirurgie die Kombination aus einer offenen und einer endovaskulären Operation. Endovaskulär, das heißt, durch die Blutgefäße hindurch - sozusagen von innen her. Andreas Wurlitzer, Chefarzt der Gefäßchirurgie: "Die neue Technik liefert während der OP eine Art individuelle Gefäßlandkarte. Dadurch kann man von außen sehen, was im Gefäß innen passiert und entsprechend handeln." (emst)

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