Neue Studie zum KZ Sachsenburg erscheint

Ministerin: Mittel für Gedenkstätte im Haushalt des Freistaats angemeldet

Frankenberg.

Heute erscheint in der Schriftenreihe der Stiftung Sächsische Gedenkstätten ein wissenschaftlicher Sammelband zum früheren Konzentrationslager Sachsenburg. Mit der Studie, die 25 Beiträge von 19 Autoren enthält und in Zusammenarbeit mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung entstanden ist, wird laut einer Sprecherin der Stiftung erstmals eine umfassende Geschichte des Konzentrationslagers auf Basis des aktuellen Forschungsstands vorgelegt.

Wissenschaftliches Neuland sei unter anderem bei den Analysen zu Häftlingszahlen und zu den im Lager eingesetzten SA- und SS-Wachmannschaften beschritten. Auch in Bezug auf die zeitgenössische Wahrnehmung des KZ und auf die Erinnerung an das Lager in der DDR und nach 1990 liefere die Publikation neue Erkenntnisse.

"Während viele Verbrechen der Nationalsozialisten durch die Historiker bereits umfassend aufgearbeitet und bewertet wurden, stehen wir beim Konzentrationslager Sachsenburg noch am Anfang. Dort lagen bisher vor allem die Erkenntnisse vor, die der ehrenamtlichen Arbeit der Frankenberger Bürger zu verdanken sind", erklärte gestern die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange.

Für die geplante Gedenkstätte auf dem KZ-Areal sei nun ein Stadtratsbeschluss in Frankenberg nötig. Dann könnten die konzeptionellen Arbeiten vorangebracht werden. "Die erforderlichen finanziellen Mittel sind in den Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2019/2020 angemeldet. Die Entscheidung darüber obliegt dem Sächsischen Landtag", so Ministerin Stange. (jl)

Präsentation: Am Samstag, 13 Uhr, wird der Sammelband innerhalb des "Sachsenburger Dialogs" im Frankenberger Haus der Vereine, Bahnhofstraße 1, präsentiert. Eintritt frei.

Die Studie Konzentrationslager Sachsenburg (1933-1937), Herausgeber: Bert Pampel/Mike Schmeitzner, Sandstein Verlag Dresden, ISBN 978-3-95498-382-7. Die Broschüre kann demnächst in allen "Freie Presse"-Shops bestellt werden.

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