Neuer Haltepunkt im Küchwald geht in Betrieb

Züge der City-Bahn stoppen nun regulär an der Rilkestraße. Mehrere Anwohner freuen sich darüber ganz besonders.

Chemnitz.

Der Mittwoch war ein glücklicher Tag für Peter Stockmann und seine Mitstreiter. "Wir sind froh, dass wir das noch erleben dürfen", sagte der Mitbegründer und Sprecher der Bürgerinitiative für den Haltepunkt Küchwald in Chemnitz zur feierlichen Inbetriebnahme dieser neuen Bahnstation am Ende der Rilkestraße.

Um 11.44 Uhr fuhr dort der erste planmäßige Zug auf der City-Bahn-Linie C 13 Chemnitz-Burgstädt in Richtung Technopark ab. Das war überpünktlich, denn ursprünglich sollten die Stopps am Küchwald erst mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember regulär werden. Jetzt halten schon ab sofort zwischen 5 Uhr morgens und 0.30 Uhr nachts im Stundentakt Züge in beiden Richtungen.

Darauf mussten die engagierten Verfechter des Haltepunktes mehr als zwölf Jahre warten. 2005 hatte Peter Stockmann auf einem Forum des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) den Haltepunkt vorgeschlagen, im Folgejahr schlossen sich etwa zehn Befürworter zur Bürgerinitiative zusammen. Nicht allen ist es vergönnt, jetzt den Erfolg zu genießen. "Leider erlebt Wilma Kleinertz das nicht mehr mit, die sich als Stadträtin sehr für den Haltepunkt einsetzte", erinnerte Stockmann. Die CDU-Politikerin war 2010 gestorben.

Im Jahr darauf einigten sich der VMS und die Deutsche Bahn über die Finanzierung des Haltepunkt-Baus, der letztlich 1,9 Millionen Euro gekostet hat. Etwa 1,3 Millionen Euro davon stellte die Bahn aus Bundesmitteln zur Verfügung, rund 600.000 Euro übernahm die Kommune. "Alleine hätte die Stadt das nicht geschafft", sagte Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk am Mittwoch. Doch die Planungen für das Vorhaben, das laut erster Ankündigung schon 2015 abgeschlossen sein sollte, dauerten viel länger als erwartet. Ein zweiter Zugang zum Bahnsteig aus Richtung des Garagenhofes an der Rilkestraße kostete etwa ein Jahr zusätzlicher Vorbereitungszeit. Zuletzt forderte das Eisenbahnbundesamt ein vollständiges Planfeststellungsverfahren an Stelle eines deutlich kürzeren Genehmigungsverfahrens.

Erst im März begannen die Bauarbeiten. Entstanden ist ein 90 Meter langer Bahnsteig, der vom Irrbornweg barrierefrei erreichbar und mit Wetterschutzhaus, Sitzbänken, Beleuchtung und elektronischer Anzeige ausgestattet ist. Der zweite, 400 Meter lange Zugang von der Rilkestraße soll 2019 voll- endet werden. Der Bahnsteig hat mit 55 Zentimetern die gleiche Höhe wie die Türen der City-Bahn-Züge.

Zur feierlichen Inbetriebnahme äußerten Vertreter der Deutschen und der City-Bahn, des VMS, der Stadt und der Bürgerinitiative die Hoffnung, dass der Haltepunkt angenommen wird und dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel mehr Fahrgäste verschafft. Von und zur Zentralhaltestelle benötigen die Züge laut Fahrplan jeweils zwölf Minuten - das ist weniger als die Hälfte der Fahrzeit der Busse der Linie 79. Diese bleibt laut einem Stadtratsbeschluss zunächst noch bis Dezember 2019 erhalten, ehe darüber neu entschieden wird. Viele ältere Anwohner des Küchwalds wünschen sich auch den Erhalt der 2006 als Übergangslösung eingerichteten Buslinie als schnelle Verbindung zur Leipziger Straße. Peter Stockmann sieht die Bahn nicht nur für Küchwald-Besucher und Pendler ins Zentrum im Vorteil. "Mit dem Zug bin ich auch in fünf Minuten am Freibad Wittgensdorf", sagt er. (mib)

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