Nicht alle Brünnlein fließen

Probleme bereiten derzeit vor allem Wasserrinnen auf zentralen Plätzen in Städten der Region. Und am Mittweidaer Bahnhof sprudelt entgegen einer Ankündigung immer noch nichts.

Mittweida/Frankenberg.

Es muss ja nicht immer das Freibad sein. Für die schnelle Abkühlung zwischendurch sorgen in den Innenstädten auch Brunnen und Wasserspiele - wenn sie funktionieren. Ebbe herrscht schon seit vielen Jahren auf dem Markt in Mittweida. Und auch der Hochzeitsbrunnen auf dem Kirchplatz in Frankenberg, zu dem ähnlich wie in Mittweida eine lange Rinne quer über den gepflasterten Platz gehört, bleibt in diesem heißen Sommer trocken. Den Hochzeitsbrunnen gibt es seit dem Jahr 2000, mitgestaltet hat ihn der Frankenberger Architekt Olaf Sporbert.

Die spiralförmige Konstruktion gehört auch zum neuen Skulpturenpfad, der insgesamt 20 Kunstwerke in der Innenstadt umfasst. Als der ortsansässige Designer Marcel Kabisch, der auch Ideengeber des Pfads war, den Frankenberger Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) darauf hinwies, konnte der nur mit den Schultern zucken. Laut Bauhof sei ein zu großer Wasserverlust das Problem. Wie und wann der Schaden behoben werden kann, ist noch unklar.


Dennoch finden Bürger und Gäste in den Innenstädten Wasser, wenn auch kein trinkbares. Frankenberg hat auf dem Markt seit 1921 den Brunnen mit dem "Nackschen Mann" und auch im Friedenspark ein Wasserspiel. Zudem bietet das Areal der Paradiesgärten auf dem Gelände der Landesgartenschau eine lange Wasserrinne, die den einstigen Mühlgraben symbolisiert.

Eine Rinne gibt es auch auf dem Mittweidaer Markt, doch die ist seit Jahren ausgetrocknet. Die Wasserspiele waren 2005 nach der Umgestaltung des Areals eingeweiht worden. Doch statt sprudelnder Fontänen findet man dort nur Gummimatten. "Es liegt ein großer Schaden vor, der durch den Bauhof behoben werden soll", erklärte Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) bereits vor einem Jahr. Laut Bauhofleiter Michael Knappe haben vor allem weggeworfene Zigarettenkippen der Anlage zugesetzt.

"Die Brunnenrinne soll voraussichtlich im September geöffnet werden", teilte Stadtsprecherin Francis Pohl nun auf Anfrage mit. So soll ergründet werden, warum so viel Wasser verloren geht. Erst dann könne eine Kosteneinschätzung für eine Reparatur erfolgen. Das defekte Bauteil in der Pumpentechnik sei schon bestellt worden. Der Wasserkreislauf für den historischen Marktbrunnen mit dem goldenen Friedensengel, im Volksmund Marmeladentante genannt, ist laut Bauhofchef nicht mit der Rinne verbunden.

Die Wasserversorgung funktioniere an den anderen Brunnen im Stadtgebiet laut Knappe noch tadellos - mit einer Ausnahme. Der neu errichtete Brunnen auf dem umgestalteten Bahnhofsvorplatz sprudelt immer noch nicht. Erst vor wenigen Tagen hatte die Stadtverwaltung die Inbetriebnahme angekündigt. Laut Stadtsprecherin sollte zu Wochenbeginn ein noch fehlendes Teil eingebaut werden. "Er läuft aber immer noch nicht", bestätigt Knappe, was offensichtlich ist.

Hainichen punktet mit einem Brunnen auf dem Neumarkt und der Anlage am Denkmal für Friedrich-Gottlob-Keller. Probleme mit beiden Wasserspeiern sind Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) nicht bekannt, ein Aufschäumen durch eingekipptes Waschmittel habe es hin und wieder mal gegeben. Kosten für Unterhalt und Wasser seien schwer zu beziffern, so Greysinger. "Der Bauhof kümmert sich und kontrolliert auch" so der Bürgermeister.

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