Oberschulen stoßen an ihre Kapazitätsgrenze

Eltern haben jetzt Gewissheit, wo ihr Kind ab neuem Schuljahr unterrichtet werden kann. Dabei profitieren sie vom Schüleransturm.

MIttweida.

Bereits die Anmeldezahlen für die fünften Klassen an Oberschulen und die ersten Klassen an den Grundschulen hatten es angedeutet: Einige Einrichtungen der Region kommen im Schuljahr 2019/20 an ihre Kapazitätsgrenze. Mancherorts war der bevorstehende Schülerzulauf so groß, dass Kinder und Eltern fürchten mussten, abgewiesen zu werden. In der Stadt Mittweida selbst sind Oberschule und Gymnasium von dem Problem nicht betroffen.

So bestätigte der Leiter der Fichte-Oberschule Mittweida, Matthias Möbius, dass an seiner Einrichtung die Kapazitätsgrenze zur Aufnahme neuer Schüler nicht erreicht ist. "Jeder hier angemeldete Schüler wird auch aufgenommen. Wir haben niemanden abweisen müssen", so der Schulleiter. Es seien zwar 75 Mädchen und Jungen für die neuen fünften Klassen angemeldet worden, aber da die Einrichtung drei- bis vierzügig geplant sei, also mit drei oder vier Klassen pro Jahrgang, "haben wir mit der Anzahl der Anmeldungen für das neue Schuljahr kein Problem", so Möbius. Die neuen fünften Klassen werden voraussichtlich mit 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse starten.


Am Städtischen Gymnasium Mittweida bereitet Schulleiter Gerd Becker den ersten Elternabend für Mütter und Väter der 77 hier angemeldeten Kinder in der kommenden Woche vor. "Wir planen mit drei Klassen", so Becker. Es könnten sich zwar noch Viertklässler bis Schuljahresende anmelden, doch das dürften erfahrungsgemäß nur Einzelfälle sein. Das Gymnasium darf jeweils vier Klassen pro Jahrgang bilden, damit ist die Aufnahmekapazität auch hier nicht erreicht. "Im Moment haben wir damit kein Problem. Auch von anderen Schulen ist kein Schüler an unser Gymnasium verwiesen worden", so Becker. Nach aktuellem Stand werden ab kommendem Schuljahr insgesamt rund 650 Schüler am Gymnasium unterrichtet.

Lichtenau: Die Oberschule in Lichtenau ist hingegen bereits am Limit. Lichtenau bildet zwei fünfte Klassen mit nach derzeitigem Stand 54 Schülern. Das bestätigte Lutz Steinert, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) in Chemnitz. Wie Steinert betonte, sind in Lichtenau zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf angemeldet. Demnach werde mit der Schülerzahl 56 gerechnet. Grund dafür seien die höheren Anforderungen aufgrund der Inklusion.

Burgstädt: In der Stadt Burgstädt ist das Problem inzwischen vom Tisch. Die Diesterwegschule darf drei fünfte Klassen bilden. Die Zahl der Schüler betrage laut dem Lasub-Sprecher Steinert nach dem aktuellen Planungsstand 62 Schüler. Dabei sei die Einrichtung eigentlich nur zweizügig ausgelegt. Wer kann rein? Wer muss es anderswo probieren? Diese Fragen hatten vor der Entscheidung des Amtes für Aufregung gesorgt. Denn in einer Klasse dürfen maximal 28 Schüler lernen. Sollten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Behinderung am Unterricht teilnehmen, könne sich die Anzahl nach Angaben des Lasub-Sprechers noch verringern. Je nach Förderbedarf zählten diese Schüler bei der Berechnung der Plätze nicht wie andere Schüler mit dem Faktor 1, sondern beispielsweise mit 1,2; 1,5 oder 2. Für die fünften Klassen der Diesterwegschule liegen laut Steinert derzeit fünf Anmeldungen vor, die die rechnerische Schülerzahl durch Inklusion noch erhöht habe. Bei nur zwei fünften Klassen mit insgesamt 56 Plätzen wären nur 51 Kinder untergekommen, elf Fünftklässler hätten anderswo lernen müssen. Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Geschwisterkinder sowie Härtefälle, wie eine Gehbehinderung, hätten aber nicht abgewiesen werden dürfen. Außerdem gibt es laut Steinert Grenzen, welche Strecken und Fahrtzeiten für Schüler als zumutbar gelten. "Wenn keine gescheiten Alternativen vorhanden sind, müssen Ausnahmeregelungen geprüft werden", sagte er. In den drei fünften Klassen der Oberschule in Burgstädt sei nun sogar noch Luft, falls sich weiterer Bedarf ergibt, so Steinert.

Unter der Höchstgrenze von 28 Schülern pro Klasse bleibt auch das Gymnasium in Burgstädt. Laut Steinert sind vier fünfte Klassen für insgesamt 99 Mädchen und Jungen geplant.

Claußnitz: Auch in Claußnitz stößt man mit insgesamt 28 Kindern ans Limit. Die amtierende Schulleiterin Birgit Möbius-Krämer hatte im Gemeinderat das Dilemma an ihrer Schule geschildert. Da die Anmeldungen für das kommende Schuljahr nicht für zwei Klassen gereicht hätten, werde es äußerst schwierig, im Falle eines Zuzugs oder eines Sitzenbleibers noch ein Kind zusätzlich in der Klasse unterzubringen, erklärte sie. In den vergangenen Jahren gab es auch im laufenden Schuljahr Kinder, die vom Gymnasium in die Oberschule wechseln wollten. An Lehrern mangelt es nach Angaben von der amtierenden Schulleiterin an der Schule nicht. Um die derzeit rund 260 Schüler in Claußnitz kümmern sich 23 fest angestellte Lehrer und sieben Quereinsteiger.

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