Offener Brief für Erhalt der KZ-Villa

Liste gegen Abriss des Sachsenburger Wohnsitzes

Frankenberg.

In einem offenen Brief haben internationale Unterzeichner die Verhinderung des Abrisses der Kommandantenvilla auf dem Gelände des ehemaligen KZ Sachsenburg gefordert. Das Schreiben ist unter anderem an Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), Staatsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) gerichtet.

Es werde der Willen der Stadt Frankenberg begrüßt, auf dem historischen Gelände eine Gedenkstätte einzurichten. Aber: "Der Abriss der Kommandantenvilla würde die geplante Gedenkstätte unnötig und fahrlässig eines zentralen Teils ihres didaktischen Potenzials berauben", so die Unterzeichner um Ulrike Löffler und Alexander Walther vom Europäischen Kolleg der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Es gebe bessere Lösungen als den Abriss.

In dem früheren Fabrik-Areal des Frankenberger Ortsteils hatten die Nazis von 1933 bis 1937 in mehreren Gebäuden das KZ betrieben und dort tausende politische Gegner inhaftiert, gefoltert und teils ermordet. Sachsenburg hat einen besonderen Stellenwert unter den frühen Konzentrationslagern: Hier wurden Wachmannschaften ausgebildet sowie SS-Kommandanten ausgewählt und auf ihre spätere Karriere vorbereitet. In der Kommandantenvilla wurden bei Feiern Netzwerke von KZ-Führern geknüpft.

Im Juni 2018 hatte der Stadtrat einstimmig die Errichtung der Gedenkstätte beschlossen. Die Villa ist baufällig und soll daher abgerissen werden. Als Kompromiss sollen die Grundmauern des Gebäudes erhalten bleiben. Kostenschätzung für diese Variante: 1,2 Millionen Euro.

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