Operette als Zugpferd für die Seebühne

Die Theatersaison an der Talsperre liegt mit rund 17.500 Besuchern auf dem Vorjahresniveau. Vor allem "Frau Luna" war gefragt. Für die "Csárdásfürstin" im nächsten Jahr wurden schon jetzt 2100 Tickets verkauft - trotz der dann höheren Kartenpreise.

Kriebstein.

Die Seebühne der Talsperre liegt nicht länger hinter dem Mond. Er (vielmehr sie) hat in dieser Saison stolz auf das Freilufttheater herabgeschaut. Rund 14.200 Gäste haben die 18 Vorstellungen der Operette "Frau Luna" erlebt. "Es waren 350 Gäste weniger als im Vorjahr, da gab es aber auch einen Termin mehr", erklärt Hans-Peter Ickrath, der Geschäftsführer des Mittelsächsischen Theaters. Das neue Stück stehe dem Vorjahreserfolg "Eine Nacht in Venedig" also nicht nach, hätte sogar Potenzial gehabt, noch mehr Publikum anzulocken.

"Es ist keine Vorstellung ausgefallen, doch bei der ersten Hitzewelle im Juni sind viele Plätze frei geblieben", erläutert Ickrath. "Die zweite bis vierte Aufführung waren schon noch ausbaufähig." Deshalb habe man die Besucher frühzeitig darauf hingewiesen, sich nicht auf die späteren Termine zu konzentrieren, dies allerdings nicht mit dem gewünschten Effekt. "Für die drei letzten Vorstellungen, die restlos ausverkauft waren, hätten wir noch deutlich mehr Karten absetzen können", erläutert der Geschäftsführer. "Wir haben uns auf Operette spezialisiert, und das zieht auch viele Leute von außerhalb des Landkreises an. Die Auswertung dazu läuft aber noch."

850 Plätze bietet das Theater regulär pro Vorstellung an. Aufgrund der hohen Nachfrage gegen Ende der Hauptsaison habe man sogar für zusätzliche Sitzplätze und damit mehr als 900 Zuschauer pro Aufführung gesorgt. "Aber da gibt es Grenzen, weil es neben dem Komfort vor allem um die Sicherheit geht", betont Ickrath.

Nicht so gut war die Resonanz bei den drei anderen Stücken, die das Mittelsächsische Theater als Gastspiele präsentierte. Der "Spuk unterm Riesenrad" hatte mit drei Terminen insgesamt 1350 Zuschauer, das Lakomy-Theater lockte an zwei Nachmittagen gut 740 Freunde des "Traumzauberbaums" an. Nur knapp 300 Leute sahen die beiden Aufführungen von "Der kleine August", trotz des niedrigen Kartenpreises und freien Eintritts für die Leute, die beim "Spuk unterm Riesenrad" nass geworden waren. "Das war die einzige Vorstellung, die wir wegen eines Gewitters abbrechen mussten", so Ickrath.

Für all diese Schauspielproduktionen zusammen gibt das Theater 16.665 Besucher an. Dazu kommen noch knapp 900 Besucher des Eröffnungskonzertes am Pfingstsonntag mit den Firebirds und der Mittelsächsischen Philharmonie. Macht zusammen etwa17.500 Gäste.

Ein solches Pfingstkonzert mit Klassik und Rock soll auch im kommenden Jahr wieder Auftakt der Theatersaison auf der Seebühne sein. Vom 12. Juni bis 14. Juli 2020 wird dann "Die Csárdásfürstin" bei 19 Terminen zu erleben sein. Die Stücke für die Gastspiele im August stehen noch nicht fest. Eine weitere Eigenproduktion speziell für Kinder und Familien wird es aber nicht geben. Die Eintrittspreise für die Operette werden um zwei Euro angehoben. Künftig kostet die Karte 29 Euro, was Ickrath im Vergleich zu Mitbewerbern für gerechtfertigt hält. Die Nachfrage gibt ihm Recht: Für die neue Operette sind bislang schon 2100 Karten verkauft worden.

Der Verein Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus) hat ebenfalls schon Bilanz für die Seebühne gezogen. "Wir sind richtig glücklich, die Saison läuft sehr gut", sagt Geschäftsführer Jörn Hänsel. Das Veranstaltungswochenende mit dem Titel "Kriebsteiner Kultursommernächte" Anfang August habe sich längst etabliert. Insgesamt 2500 Besucher seien an drei Tagen zur Seebühne gekommen. Ausverkauft war am Freitagabend das Konzert der Dire-Straits-Coverband, ebenso "Celtic Rhythms of Ireland" am Samstag. Auch das Familienstück "Der Zauberer von Oz" habe mit rund 600 Besuchern die Erwartungen erfüllt.

Für das nächste Jahr kann Hänsel noch nicht sagen, welche Künstler der Miskus präsentieren wird. "Dazu laufen die Vertragsverhandlungen, es ist noch nichts unterschrieben", so der Miskus-Chef. Fest stehe aber der Termin für die Kultursommernächte: Der 7. bis 9. August 2020. Auch beim Talsperrenfest sei der Miskus wieder Partner. Die Traditionsveranstaltung steht am 25. und 26. Juli 2020 im Kalender.

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