Ort muss mehr Geld an Mittweida zahlen

Verwaltungsgemeinschaft: Umlage erhöht sich um rund 17.000 Euro

Altmittweida.

Nach fast 20 Jahren Verwaltungsgemeinschaft steht bei Debatten zum Haushalt in Altmittweida stets auch die dafür fällige Umlage im Fokus. Mehr als 196.000 Euro werden 2019 für die Verwaltungs- und Sachleistungen fällig, die Mittweida für die Nachbargemeinde mit erbringt. Das teilte die Mittweidaer Fachbereichsleiterin für Finanzen, Anke Kluge, den Altmittweidaer Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Montagabend mit.

Das sei eine Erhöhung um fast 17.000 Euro gegenüber 2018, stellten die Räte fest. In diesem Jahr schlug der Ausgabeposten noch mit knapp 180.000 Euro zu Buche. "Die Erhöhung 2019 scheint mir recht viel", sagte Gemeinderat Thomas Kluge (parteilos). Wie die Fachbereichsleiterin erklärte, spiegeln die Zahlen die Kostenentwicklung wieder. Für den "Sprung" nannte sie mehrere Gründe. Der entscheidende Faktor seien die steigenden Tariflöhne für die Verwaltungsmitarbeiter. "Im Durchschnitt ging es in diesem Jahr 4,3 Prozent nach oben, 2019 kommt die nächste Erhöhung um durchschnittlich 4,1 Prozent", so Anke Kluge. Außerdem gebe es "Verschiebungen" in der Berechnung entsprechend der Aufgabenverteilung im Mittweidaer Rathaus. "Seit 2010 befragen wir in Abständen die Mitarbeiter, in welchem Umfang sie Arbeiten für beide Orte oder jeweils nur für einen erledigen. Das ist die Grundlage für die folgenden Berechnungen", erklärte sie. So sei es bei einem Gerichtsstreit 2010 in Folge eines Widerspruchs der Gemeinde gegen die Umlage festgelegt worden. Veränderungen in der Einwohneranzahl haben ebenfalls Einfluss. Sie ist in Altmittweida bisher etwas weniger zurückgegangen als in Mittweida. Insgesamt verursachen die Personalkosten laut Kluge 11.400 Euro Umlage mehr.

Überdies seien die Sachkosten gestiegen und die Einnahmen aus Gebühren der Meldestelle und Bußgeld gesunken. Die Umlage steige dadurch um weitere mehr als 1000 Euro sowie durch die geringeren Einnahmen um mehr als 3000 Euro. Eigenes Personal wäre für Altmittweida nach Angaben der Kämmerin noch teurer als die gesamte Umlage. "4,6 Stellen sind der Mindestbedarf", erläuterte sie. Dafür müsste die Gemeinde rund 230.000 Euro für Lohn sowie zusätzlich Geld für Möbel, Computer, Drucker und anderen Bürobedarf einplanen. "Diese Angaben sind nicht übertrieben", urteilte der stellvertretende Bürgermeister Ralph Steiner (CDU). Die steigenden Umlagekosten seien logisch. (tür)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...