Parkchaos herrscht am Lichtenwalder Park

Wo in der Regel Kühe weiden, parkten bei Großveranstaltungen schon Autos. Eine Lichtenwalder Fläche ist heiß begehrt.

Lichtenwalde.

Die jüngste Verbrauchermesse "Haus- und Gartenträume" in Lichtenwalde brachte dem Ortsteil zweierlei: den Rekordbesuch von 10.000 Gästen und ein Parkchaos. Die Folgen: 1100 Euro Einnahmen aus Knöllchen zugunsten der Gemeindekasse Niederwiesa und Debatten aller Beteiligten.

"Wir haben ein Problem mit dem Parken bei Großveranstaltungen", mahnte der Lichtenwalder Ortsvorsteher Jens Bossard (Bürgergemeinschaft Lichtenwalde/Braunsdorf) an. "Es kann nicht sein, dass der Ortskern in diesem Falle komplett zugeparkt ist."

Unmittelbar nach der Messe hatte deren Veranstalter schon Verbesserungen für 2019 versprochen. "Ich habe bereits erste Gespräche geführt", sagte André König. "Wir brauchen zusätzliche Flächen, müssen den Verkehr möglichst komplett aus dem Ort heraushalten, eventuell ein Shuttle anbieten." Er wolle weiter mit der Gemeindeverwaltung sprechen, so König. "Wir müssen ein Verkehrskonzept erstellen." Das vermisst auch Niederwiesas Bürgermeisterin Ilona Meier (parteilos): "Herr König muss ein Konzept vorlegen", forderte sie.

"Konzeptideen für die ganze Gemeinde liegen längst vor, wurden aber nie realisiert", sagte Sebastian Ritter. Er betreibt rund um den ehemaligen Bauhof einen Parkplatz. "Bei Mehrfachbelegung passen dort pro Tag 500 Fahrzeuge drauf", so Ritter. Bei Großveranstaltungen mietete er in den Vorjahren die benachbarte Wiese hinzu und bot so mit 200 Plätzen weiteren 600Fahrzeugführern Stellplätze an. Mit den insgesamt 1100 Parkplätzen herrschte damit keine Not. Doch nicht so in diesem Jahr. Ritter konnte die besagte Wiese nicht mieten. Auch sein Kaufangebot lief ins Leere. Eigentümer des Flurstücks ist der Landkreis Mittelsachsen. "Das Grundstück ist zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet", sagte Landkreis-Pressereferentin Cornelia Kluge. Zu Kauf- oder Verkaufsanfragen äußere sich das Amt grundsätzlich nicht öffentlich. Infolge der aktuellen Trockenheit und Futterknappheit konnte Pächter Marc Hutschenreuter diesmal nicht auf das Areal verzichten. "Es handelt sich um eine landwirtschaftliche Fläche, die in der Vergangenheit auch als Parkplatz für eine Großveranstaltung genutzt werden durfte", sagte der Miteigentümer der Landgut Lichtenwalde Hutschenreuter KG. "Diesmal aber brauchten wir dringend Futter und konnten das Grünland nicht als Parkplatz vergeben." Prinzipiell wolle er aber auch in Zukunft und auf rechtzeitigen Antrag eine Vermietung als Parkplatz ermöglichen.

Auch gegen den geplanten Neubau der Feuerwehr Lichtenwalde auf einer Teilfläche dieses Grundstückes habe er nichts. "Es ist zwar traurig, wenn landwirtschaftliche Fläche verloren geht", so Hutschenreuter. "Aber wenn die Feuerwehr ein neues Domizil sucht, muss sie einen optimalen Standort erhalten."

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