Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung

Beim Feuer in der Rossauer Asylunterkunft wird ein Anschlag von außen weiter ausgeschlossen. Ein Rettungssanitäter musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Rossau.

Zum Brand in der Asylunterkunft in Rossau am späten Freitagnachmittag hat die Polizei jetzt die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen. Wie Polizeisprecher Steffen Wolf erklärte, gehe man aber immer noch nicht von einem Anschlag von außen aus. "Wir ermitteln immer dann wegen schwerer Brandstiftung, wenn ein Feuer innerhalb eines Gebäudes ausbricht und Menschen gefährdet sind, egal ob es vorsätzlich oder grob fahrlässig geschieht", so Wolf. Dass ein Bewohner selbst das Feuer gelegt hat, wollte er so nicht bestätigen. "Das müssen die Ermittlungen ergeben", erklärte er.

Gegen 17.15 Uhr waren am Freitag 15 Kameraden der Rossauer und sechs der Seifersbacher Wehr sowie Rettungskräfte und Polizei in die Asylunterkunft nach Rossau gerufen worden. Ein bislang unbekannter Täter hatte laut Polizei in einem unbelegten Zelt ein Faltbett angezündet und damit den Feueralarm ausgelöst. Ein Mitarbeiter des DRK vor Ort konnte aber das Feuer löschen. Der 52-Jährige wurde dabei leicht verletzt. "Der Rettungssanitäter wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert", erklärte Wolf.


Steve Mucha, Rossauer Wehrleiter, bestätigte, dass ein Feldbett in einem unbelegten Zelt in Flammen gestanden hat. "Da die Halle noch nicht fertig ist, wurde sie in kleine Zelte aufgeteilt, um den Flüchtlingen eine Privatsphäre zu bieten", erklärte er. Es sei unmittelbar nach dem Brand nicht feststellbar gewesen, was die Ursache war. "Der klassische Kanister stand nicht daneben", sagte er.

Nach Beendigung der Löscharbeiten konnten laut Polizei die unverletzten Flüchtlinge ihre Zelte wieder beziehen. Der Sachschaden belaufe sich auf insgesamt etwa 2000 Euro.

Die Unterkunft in einer ehemaligen Produktionsstätte Am Rossauer Wald war erst am Donnerstagabend bezogen worden. Laut Mittelsachsens Flüchtlingskoordinator Dieter Steinert sind 39 Menschen aus Marokko, dem Iran, Irak und Libanon hier untergebracht.

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