Polizei trifft alten Bekannten

Die Zivilfahnder nehmen in Frankenberg einen 29-Jährigen ins Visier, der im Auto eine Waffe mitführt. Die Liste der ihm bereits vorgeworfenen Straftaten wird länger.

Frankenberg.

Fahren ohne Führerschein, aber unter Einfluss von Drogen und im Besitz einer Schusswaffe: Dass die Liste der ihm vorgeworfenen Straftaten immer länger wird, das dürfte einem 29-Jährigen jetzt klar sein. In Frankenberg ging der junge Mann aus Mittelsachsen am Mittwoch, 16.35 Uhr Zivilfahndern ins Netz. Und damit begann für den bereits polizeibekannten 29-Jährigen das neue Jahr, wie das alte aufgehört hatte.

Mit einem Ford fuhr er durch die Stadt. Eine Prüfung der Polizisten hatte ergeben, dass die am Auto angebrachten Kennzeichen nicht vergeben sind. An der Äußeren Chemnitzer Straße stoppten Zivilfahnder der Gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) der Polizeidirektion Chemnitz sowie der Bundespolizei das Fahrzeug und erkannten am Steuer einen alten Bekannten. Der 29-Jährige hatte nämlich schon im Dezember des vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt. Damals war er in Lichtenau vor einer Polizeikontrolle geflüchtet und letztlich im Frankenberger Ortsteil Sachsenburg gestellt worden.

Am Mittwoch war er abermals mit einem nicht zugelassenen und nicht pflichtversicherten Auto unterwegs. Eine Fahrerlaubnis konnte der 29-Jährige ebenso wenig vorweisen, teilte die Polizei mit. Zudem stand er offenbar unter dem Einfluss von Drogen. Nach einem entsprechend positiven Ersttest veranlassten die Beamten eine Blutentnahme. Doch damit noch nicht genug. Im Fahrzeug fanden die Polizisten auch eine Schreckschusspistole mit entsprechender Munition. Einen zum Führen notwendigen kleinen Waffenschein konnte der junge Mann aber nicht vorweisen. Im Ergebnis muss sich der Mann nun neuerlich wegen mehrerer Verkehrsdelikte sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz verantworten, teilte ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz mit. Wie der 29-Jährige in den Besitz des Autos als auch der Kennzeichen kam, sei Gegenstand der weiteren polizeilichen Ermittlungen. Nachdem der junge Mann ins Polizeirevier Mittweida gebracht worden war, sei er bereits gestern wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Über eine Festnahme hätte nur die Staatsanwaltschaft entscheiden können.

Bereits Mitte Dezember hatte sich derselbe Mann eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei auf und neben der Bundesstraße 169 in Richtung Hainichen geliefert, teils war er über Feld- und Waldwege sowie Äcker gerast. Damals war Zivilfahndern auf der Autobahn 4 ein zur Fahndung ausgeschriebenes Kennzeichen an einem Ford aufgefallen, welches eigentlich zu einem Citroën gehörte. Deshalb verfolgten die Beamten den Wagen, auf der B 169 am Abzweig Krumbach gab der Fordfahrer plötzlich Vollgas. Die Zivilbeamten folgten ihm von da an mit Blaulicht und Martinshorn. In Sachsenburg gab er schließlich seine Flucht auf und stoppte sein Fahrzeug. Bei der Untersuchung des Autos fand die Polizei ein halbes Gramm Crystal, ein Einhandklappmesser und einen Metalldorn, der als Stichwaffe hätte dienen können. Außerdem stand der Fahrer auch am 14. Dezember unter Drogeneinfluss. Nach der fehlgeschlagenen Flucht ermittelte die Polizei wegen zehn Tatbeständen gegen den Mann. Schon damals war er ohne Führerschein in einem nicht zugelassenen und versicherten Auto unterwegs. Nun kommen weitere Tatvorwürfe hinzu. (mit jl)

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