Präzisionsteilehersteller muss Produktion bremsen

Das Mittweidaer Unternehmen MPT bekommt die Auftragsflaute im Maschinenbau zu spüren. Das heißt auch: Kurzarbeit.

Mittweida.

Weil seit Juni dieses Jahres im Vergleich zum Plan deutlich weniger Aufträge von Kunden hauptsächlich aus der Maschinenbaubranche bei der MPT Präzisionsteile GmbH eingehen, müssen deren rund 200 Mitarbeiter in Mittweida im November und Dezember mit Kurzarbeit rechnen.

Das kündigte der geschäftsführende Gesellschafter der MPT, Josef Schwuger, am Montag am Rande der IHK-Regionalversammlung in seiner Firma an. Bereits im August habe das Unternehmen Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft anmelden müssen, nachdem das Auftragsvolumen gesunken sei. Es herrsche auf den für MPT relevanten internationalen Märkten des Maschinenbaus, der Automobilindustrie sowie der Industrieproduktion eine Verunsicherung über die weitere Entwicklung, unter anderem was den Ausgang von Handelskonflikten wie zwischen den USA und China betrifft. Politische Debatten über Handelszölle führten laut Schwuger dazu, dass sich auch MPT-Kunden bei ihren Investitionen zurückhalten. Das schlage sich in den Bestellungen von Teilen wie den in Mittweida gefertigten Wälzlagerkäfigen nieder. "Das Volumen der Bestellungen weltweit ist gesunken", sagte Schwuger. Dabei hat die MPT Group, zu der neben der Mittweidaer Firma drei Standorte in Polen sowie zwei Gesellschaften in China und ein Vertriebsbüro in Brasilien mit insgesamt etwa 400 Beschäftigten gehören, einen Fuß in der Tür auf Märkten weltweit.

MPT war seit der Übernahme der Gesellschafteranteile durch Schwuger und seine Frau im Jahr 2016 auf Internationalisierungskurs. Kunden in über 25 Ländern werden mit Komponenten für den Maschinenbau und der Automobilindustrie beliefert. Den Exportanteil der Produktion bezifferte Schwuger auf etwa 70 Prozent. In die Automatisierung der Produktionsprozesse, das zweite wichtige Schlagwort Schwugers, habe MPT weiter investiert. Allein in diesem Jahr flossen laut Geschäftsführer rund drei Millionen Euro in neue Stanzen und Pressen. Unter anderem wurden Anlagen gekauft, um Teile für Offshore-Windkraftanlagen herstellen zu können. Doch das Geschäft sei in diesem Jahr schwieriger als 2018. Im Vorjahr habe die MPT-Gruppe noch einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro erreicht. Das werde 2019 nicht mehr zu schaffen sein.

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