Preise für Wasser steigen

Die mit Spannung erwartete Höhe des neuen Regenwasser-Entgelts fällt zwar vergleichsweise niedrig aus. Dennoch zahlen Kunden des Zweckverbandes ZWA in Mittelsachsen ab Januar insgesamt mehr.

Hainichen.

Mit gestiegenem Kostenaufwand und nötigen Investitionen in Leitungen und Kläranlagen begründet der kommunale Zweckverband ZWA, Hainichen, die ab Januar steigenden Preise für die Wasserversorgung von rund 35.000 Kunden in Mittelsachsen und Teilen des Erzgebirges. Ab Januar steigt der sogenannte Mengentarif für Wasser von jetzt 2,09 auf 2,20 Euro pro verbrauchtem Kubikmeter - eine Preissteigerung um 5,3 Prozent.

Zeitgleich wird der Tarif für die Abwasserentsorgung aufgesplittet, in Entgelte für Schmutzwasser und das ab Januar erhobene neue Niederschlagswasserentgelt. Das betrifft etwa 25.000 Grundstücksbesitzer im Verbandsgebiet. Pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche - wie zum Beispiel Dachflächen oder betonierte Zufahrtswege und Stellplätze - zahlen ZWA-Kunden nun ab Januar 46 Cent jährlich, wenn das Regenwasser in öffentliche Kanäle und Kläranlagen fließt. Damit liegt der Preis des Hainichener Verbands im Vergleich zu anderen Abwasserentsorgern wie dem AZV Leisnig (57 Cent) oder dem Wasserzweckverband Freiberg (66 Cent) zwar niedriger. Doch das dürfte für viele ZWA-Kunden nur ein schwacher Trost sein. Zwar ist auch der sogenannte Mengentarif beim Abwasser vom Verband auf Basis steigender Kosten in den vergangenen Jahren neu kalkuliert worden. Das Gros der Haushalte, deren Abwasser in einer öffentlichen Kläranlage behandelt wird, zahlt künftig ein Entgelt von 3,26 Euro pro Kubikmeter. Bisher waren es 3,40 Euro. Der Preis sinkt also um lediglich 4,1 Prozent.

In der Summe von Wasser- und Abwasserentgelt werden also die meisten Kunden ab kommendem Jahr mehr zahlen müssen als bisher. Das bestätigte gestern der kaufmännische Geschäftsleiter des ZWA, Dirk Kunze. Doch auch ohne die Einführung des Niederschlagswasserentgelts wären nach seiner Aussage die Preise für Abwasser insgesamt gestiegen. Laut der Kalkulation des Verbands hätten die Kunden für die Entsorgung von Abwasser nach bisherigem Modell pro Kubikmeter 4,05 Euro zahlen müssen.

Dass der ZWA ausgerechnet jetzt mit der Einführung der neuen Regenwassergebühr die Preise insgesamt neu kalkuliert und in der Folge insgesamt betrachtet erhöht, hält der ZWA-Verbandsvorsitzende Thomas Eulenberger für gerechtfertigt. Der Drei-Jahres-Zyklus, in dem beim ZWA die Preise neu kalkuliert werden, sei Ende 2018 vorüber. Die Entscheidung zu verschieben, hätte nach seinen Worten nur dazu geführt, dass der Verband im kommenden Jahr weniger einnimmt als er ausgibt. Eine solche "Unterdeckung" hätte dann später durch noch höhere Preise ausgeglichen werden müssen. Der "Aufschrei" unter Kunden sei zudem dieses Jahr genauso groß wie nächstes Jahr. Voraussichtlich im Frühjahr 2019 werden die Kunden des ZWA mit den neuen Abschlagsrechnungen erfahren, wie sich die neuen Preise im konkreten Einzelfall auswirken.

Laut Beispielrechnung des ZWA müsste ein Zweipersonenhaushalt eines Einfamilienhauses mit einem Wasserverbrauch von 64 Kubikmetern im Jahr und einer versiegelten Grundstücksfläche von 140 Quadratmetern statt bisher 647,55 Euro ab Januar 710,52Euro im Jahr für Wasser und Abwasser zahlen. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 12Wohnungen (insgesamt 24 Bewohner mit 32 Kubikmetern Wasserverbrauch pro Person im Jahr) steigen diese Kosten von 477,10 Euro pro Wohnung auf 494,84 Euro im Jahr.

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