Prozess: Ex-Polizist darf in Freiheit leben

Chemnitz/Mittweida. Der ehemalige Polizist, der sich wegen mehrfacher Körperverletzung vor dem Chemnitzer Landgericht verantworten musste, darf künftig bei seinem Bruder in Mittelsachsen leben und wird ambulant psychiatrisch betreut. Er muss nicht in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Das hat das Gericht am Montag entschieden.

Der 32-Jährige leidet aus Sicht der Richter unter einer schweren psychischen Störung. Durch die Einnahme von Medikamenten stelle er aber keine Gefahr für die Allgemeinheit dar. "Dank moderner Medikamente ist eine schnelle Besserung eingetreten. Ihnen muss aber klar sein, dass sie diese für den Rest ihres Lebens einnehmen müssen, um einen Rückfall zu vermeiden", sagte Richter Bernd Bräunlich zu dem ehemaligen Polizisten. Ein Leben in Freiheit ist für den 32-Jährigen an strenge Auflagen gebunden: Sein Bruder ist als sein Betreuer eingesetzt worden; er bekommt einen Bewährungshelfer und eine Führungsaufsicht. Außerdem muss er sich von einem Psychiater regelmäßig betreuen lassen.

Die Anklageschrift gegen den Altmittweidaer umfasste 27 Punkte. Unter anderem soll er Ende Februar Ärzte und Pfleger im Chemnitzer Klinikum verprügelt haben. Zur Last gelegt wurde ihm auch ein Angriff auf einen Busfahrer in Altmittweida im Januar sowie eine Pfefferspray-Attacke auf zwei Kunden und eine Verkäuferin im Kaufland in Frankenberg. "Es gibt klare Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte an einer sehr schweren paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leidet", erklärte ein psychiatrischer Gutachter dem Gericht. Durch die Krankheit habe der 32-Jährige geglaubt, dass sich ein Komplott gegen ihn anbahnt und fremde Menschen ihm Böses wollen. Darauf habe der Ex-Polizist mit Gewalt reagiert. (fpe)

 

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