Prozessstart: Rossauer Firma soll Mieter getäuscht haben

Weil sie ahnungslose Menschen in einen Bankbetrug verwickelt haben sollen, stehen seit gestern vier Angeklagte vor Gericht.

Rossau/Chemnitz.

Um zusammengerechnet mehr als 150.000 Euro soll eine Immobilienfirma mit Sitz in Rossau ihre Mieter betrogen haben. Gestern startete am Landgericht Chemnitz der Prozess. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau. Es handelt sich um drei Gründer der nicht mehr existenten Firma Wohnconcept AG Sachsen sowie einen mutmaßlichen Komplizen. Gegen ein Ehepaar, das ebenfalls zu den Gründern der Firma gehört, läuft ein gesondertes Verfahren.

Die Firma vermietete und verwaltete laut Staatsanwaltschaft seit 2001 als Teil eines größeren Firmengeflechts Grundstücke und Wohnungen unter anderem in Limbach-Oberfrohna, Halsbrücke und Wurzen. Da innerhalb des Firmenkonstrukts im Jahr 2004 ein großer Kredit fällig gestellt wurde, drohten auch der Wohnconcept AG Zahlungsschwierigkeiten. Als Sicherheiten für den Kredit waren unter anderem Mieteinnahmen vereinbart worden.

Die Angeklagten wollten den Banken den Zugriff auf diese Einnahmen entziehen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Zu diesem Zweck wurde laut Anklageschrift mit dem mutmaßlichen Komplizen ein Generalmietvertrag über mehrere Immobilien der Wohnconcept AG abgeschlossen. Dieser soll die Bewohner der Objekte aufgefordert haben, ihre Mieten an eine weitere Firma - die Thoma GmbH - zu zahlen. Auch auf diese Firma hatten die Wohnconcept-Inhaber Zugriff.

An die Firma Thoma sollen zwischen Februar 2005 und März 2007 Mietzahlungen in Höhe von über 150.000 Euro geflossen sein. Insgesamt 17 Mieter sind betroffen, die meisten von ihnen zahlten Summen im höheren vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich. Da die Mieter jedoch verpflichtet gewesen wären, das Geld an den ursprünglichen Vermieter zu zahlen, sehen sie sich nun auch den Ansprüchen der Bank beziehungsweise eines Insolvenzverwalters ausgesetzt, die die bereits geleisteten Zahlungen noch einmal verlangen können.

Die vier Angeklagten wollten sich gestern vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern. Für den Prozess sind laut Gerichtssprecherin Marika Lang insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt. Weiter geht es am Donnerstag.

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