Radkonzept: Gemeinden werden konkret

Elf Orte in der Region Mittweida sollen durch Straßen und Wege besser erreichbar werden - Erste Verbesserungsvorschläge werden nun laut

Mittweida.

Bis vorige Woche konnten sich Bürger zum Entwurf für das Alltagsradverkehrskonzept der Region Mittweida äußern, Vorschläge sowie Ergänzungen einbringen. "Freie Presse" beantwortet Fragen.

Was beinhaltet das Radkonzept?

Ziel ist es, den Alltagsradverkehr in einem 360 Quadratkilometer großen Territorium mit etwa 50.000 Einwohnern zu entwickeln. Das Dresdner Ingenieurbüro ISUP hat dazu einen Entwurf erstellt, der online auf der Internetseite der Stadt Mittweida eingesehen werden kann. Laut einer Stadtsprecherin soll im Sommer das Konzept fertig sein. Ein Alltagsradnetz sollte die Orte durch möglichst direkte Verbindungen verknüpfen - ergänzt mit Faktoren wie Steigungen und Wegezustand. Es wird ein Zielnetz gezeigt, wo Wege und Straßen enthalten sind, die es zurzeit noch nicht gibt oder die nur eingeschränkt für den Radverkehr nutzbar sind.

Welche Orte werden untersucht?

Koordiniert wird der Plan zum Ausbau des Radwegenetzes von der Stadt Mittweida. Beteiligt sind die Kommunen Rochlitz, Geringswalde, Altmittweida, Kriebstein, Rossau, Erlau, Königshain-Wiederau, Seelitz, Claußnitz und Lichtenau.

Welche Vorschläge sind in Altmittweida diskutiert worden?

Der Gemeinderat Altmittweida hat in seiner jüngsten Sitzung vor allem die Streckenführung von Altmittweida nach Claußnitz bemängelt. Der Rat empfiehlt, statt der Dorfstraße die Hauptstraße entlangzufahren. Wie Bürgermeister Jens-Uwe Miether sagt, würden wichtige Punkte wie Kirche, Freibad oder die Gaststätte "Reichskrone" nicht optimal in die vorgeschlagene Streckenführung eingebunden.

Was hält Claußnitz von den Plänen?

Wie Bürgermeister Andreas Heinig auf Anfrage sagt, gibt es auch in Claußnitz klare Vorstellungen: "Es ist praktischer, den Radweg aus Richtung Mittweida kommend an der S 241 zur Kreuzung Diethensdorfer Straße zu führen." Der Radverkehr könnte dann über die Pfarrgasse oder den Hohlweg auf die Dorfstraße - eine vergleichbar gering befahrene Parallelstraße zur Burgstädter Straße - geleitet werden. In Markersdorf kreuze die Dorfstraße die Hauptstraße und könnte dort über den Radweg weitergeführt werden. "Ich sehe dies nicht als Knackpunkt, jedoch als besser umsetzbare Alternative", fügt er hinzu.

Was sagt man in Lichtenau zu den Plänen?

Hauptverwaltungs-Chef Martin Lohse nennt das bisherige Alltagsradwegnetz eine "kryptische Angelegenheit", bei der wichtige Punkte wie der Bahnhof, das Gewerbegebiet, die Schule und Jugendeinrichtungen verbunden sind. Derzeit prüfe die Gemeinde im Entwurf die vorgeschlagene Streckenführung.

Gibt es bereits Ideen der Bürger zum Radkonzept?

Die jeweiligen Verantwortlichen in den Kommunen wollen der Auswertung noch nicht vorgreifen. Doch Lichtenaus Amtsleiter Lohse sagt auf Anfrage, dass sich Bürger bereits mit folgenden Ideen gemeldet haben: Zum einen wird vorgeschlagen, den Gewerbehof an der Chemnitzer Straße mit der Lichtenauer Mineralquelle über den Querweg zu erschließen. Eine weitere Stellungnahme befasst sich mit der Verbindung von Oberlichtenau und Ottendorf, ohne dabei Radverkehr auf die stark befahrene S 200 zu verlagern. Auch wird angeregt, bestehende Wanderwege als Radwege einzubeziehen. Die Ideen habe er gebündelt und vorgeprüft. Derzeit arbeite das Ingenieurbüro ISUP aus Dresden die Vorschläge ein.

Wann werden neue Wege gebaut?

Bis zur Freigabe neuer Radverkehrswege dauert es aber noch ein Stück, sagen die Experten. In Lichtenau beispielsweise werde zuerst geprüft, welche bestehenden Wege sich für den Radverkehr eignen und ob diese ertüchtigt werden können und welche Flächen dazu benötigt werden, erklärt Amtsleiter Lohse. "Aus dem Konzept erhoffen wir uns hierzu viele Ansatzpunkte", ergänzt er. Bislang sei der Chemnitztalradweg der einzige gemeindeverbindende Radweg in Lichtenau, ergänzt Bürgermeister Andreas Graf. Zudem seien Teile des Lichtenauer Weges, des Pappelweges und der Oberen Siedlung Auerswalde als Geh -und Radweg bereits ausgewiesen, fügt Lohse hinzu. mit tür

Radwege-Konzept: Eine interaktive Karte, auf der die Strecken des Entwurfs zum Interkommunalen Radverkehrskonzept für die Region Mittweida eingetragen sind, steht im Internet unter: www.freiepresse.de/radkonzept

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Tauchsieder
    15.04.2020

    Was macht denn eigentlich Greysingers "Striegistalradweg"?
    Man hört gar nichts mehr, hat er damals die Backen zu voll genommen?