Randalierern scheint nichts heilig zu sein

In Hainichen wurde wieder einmal die Blumenuhr im Stadtpark beschädigt. Auch an einem Wanderweg Richtung Ringethal haben Unbekannte ihre Zerstörungswut ausgelassen. Nicht zum ersten Mal.

Hainichen/Mittweida.

Warum manche Menschen die Dinge zerstören, die andere mühevoll aufbauen, weiß auch der Hainichener Bauamtsleiter Thomas Böhme nicht. Aber es ärgert ihn, denn erneut wurde die Blumenuhr im Hainichener Stadtpark Ziel von Randalierern. In der Nacht zum Sonntag war ein Zeiger der Uhr verbogen worden. Und es ist nicht das erste Mal. "Durchschnittlich einmal im Jahr, meist am Wochenende, passiert so etwas", sagt Böhme. "Das ist sehr ärgerlich, denn die Blumenuhr hatten Hainichener 1935 gespendet", ergänzt er.

Anzeige hat die Stadt erstattet. Gestern haben die städtischen Parkgärtner die Uhr ausgebaut, etwa drei Wochen vor Saisonende. "Sie wird dieses Jahr auch nicht mehr in Betrieb genommen", so Böhme. Eine Fachfirma soll sich die Uhr anschauen, ob der Zeiger wieder gerichtet werden kann oder ein neuer eingebaut werden muss und ob das mechanische Uhrwerk in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Höhe des Schadens kann der Bauamtsleiter daher noch nicht beziffern. Aber: Der Wiederaufbau der Uhr nach dem Sturmschaden 2015 hatte etwa 7000 Euro gekostet. Davon kostet laut Böhme allein die Reparatur der steinernen Ziffern 4000 Euro. Damals hatten viele Hainichener für den Wiederaufbau des bepflanzten Kleinods im Stadtpark gespendet.

Marco Augustin kümmert sich täglich um den Zustand der Wanderwege rund um Mittweida. Doch was er am vergangenen Freitag entdeckte, war Vandalismus "auf übelste Art und Weise", sagt er. Auf der Via Mala, einem Steig, der in den 1970er-Jahren in den Steilhang der Zschopau geschlagen wurde, in Richtung Ringethal müssen gleich mehrere Täter am Werk gewesen sein. "Die Geländer wurden regelrecht weggetreten", berichtet der Wegewart. Auch die Handläufe an der Fußgängerbrücke seien herausgerissen worden. Auf einer Länge von 30 Metern sei die komplette Absperrung zerstört.

"Die Höhe des Schadens kann man eigentlich gar nicht beziffern", sagt er. Den Materialwert schätzt er auf etwa 300 Euro. Die Zeit, die er in den Wiederaufbau stecken muss, kann er nicht in Geld ausdrücken. "Ich habe am Montag bereits mit der Reparatur des Geländers an der Brücke begonnen, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Nicht auszudenken, was passiert, wenn da mal ein Kind abrutscht", so Augustin.

Doch wer macht so was? "Ich habe das Gefühl, das ist immer die gleiche Truppe, die dort wahrscheinlich angetrunken ihre Runde dreht", vermutet der Wanderwegewart. Denn die Zerstörungen kämen regelmäßig vor. Auch Wegweiser würden abgebrochen, Ketten der Absperrung zerrissen und an anderer Stelle auch Bänke zerstört. "Das ist schon ziemlich schlimm", erklärt Marco Augustin.

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