Rat der Pilzkenner wieder häufig gefragt

Die günstige Witterung beschert den Pilzgängern in diesen Tagen volle Körbe. Konjunktur haben deshalb auch die Pilzberater der Region. Sieglinde Köhler aus Mobendorf hat bereits so manchen Giftpilz ausgesondert und so den Sammler vor gesundheitlichen Schäden bewahrt.

Mobendorf.

Sommerliche Temperaturen, Regengüsse in den vergangenen Wochen - diese Mischung aus der Wetterküche hat in den Wäldern der heimischen Region die Pilze wachsen lassen. Eigentlich beginnt die Saison gewöhnlich später, Anfang August. "Aber wir haben schon jetzt eine gute Pilzzeit", sagt Pilzberaterin Sieglinde Köhler aus dem Striegistaler Ortsteil Mobendorf. Andrang herrsche in ihrer Beratungsstelle zwar nicht. Aber hin und wieder seien in den zurückliegenden Tagen bereits einige Sammler bei ihr gewesen, um die gefundenen Pilze fachmännisch begutachten zu lassen.

"Je nach Region und Ökologie werden in diesen Tagen unterschiedliche Speisepilz-Arten gefunden", sagt Sieglinde Köhler. Am häufigsten habe sie den Perlpilz, die Marone, den Birkenpilz und die Birkenrotkappe in den Körben der Sammler entdeckt. Auch der flockenstielige Hexenröhrling, der ein guter Speisepilz sei, wurde bereits in den Wäldern gefunden.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Für so manchen Sammler war es ein Glücksumstand, dass er den Inhalt seines Korbes der Pilzexpertin noch einmal gezeigt hat, bevor die Pilze zur gewünschten Mahlzeit verarbeitet wurden. Denn es sei vorgekommen, dass sich stark giftige Pantherpilze oder auch der giftige Narzissengelbe Wulstling mitten unter die Speisepilze gemischt hatten. Die Verwechslungsgefahr sei bei einigen Pilzarten hoch. Aus ihrer jahrelangen Praxis weiß die Expertin, dass die giftigen grünblättrigen Schwefelköpfe oftmals für Stockschwämmchen gehalten werden. Und ärgerlich sei es, wenn ein Sammler glaubt, Steinpilze gefunden zu haben und sich dann wundert, wenn das Pilzmenü bitter schmeckt. Der Übeltäter war in diesem Fall der Gallenröhrling, der - wie der Name schon sagt - gallebitter schmeckt.

Sieglinde Köhler berät nicht nur, sie ist selbst auch passionierte Pilzgängerin. "Auch in diesen Tagen bin ich in den Wäldern unterwegs, wenn es die Zeit erlaubt", sagt sie. Zu ihrer Tätigkeit als Pilzberaterin gehört auch das Organisieren von Ausstellungen, bei denen die in der Region vorkommenden und auch eher seltene Pilzarten gezeigt werden. Erst im Juni habe es zwei Ausstellungen gegeben. Dabei wurden jeweils mehr als 80 Pilzarten aus der Region präsentiert.

Pilzberater in der Region: Sieglinde Köhler, Richard-Witzsch-Straße 119, Mobendorf (Telefon: 037207 3415, Mobil: 0172 7988864); Matthias Eberhardt, Auenweg 5, Ringethal (Telefon: 03727 930665); Anneli Kaatz, Birkenweg 1, Mittweida (Telefon: 03727 611321); Wolfgang Friese, Bergweg 2, Niederlichtenau (Telefon: 0372083310, Mobil: 0172 3529703); Sebastian Friese, Pufendorfstraße 8, Flöha (Telefon: 03726 7160682, Mobil: 01738382885); Jörg Oehme, Fritz-Heckert-Straße 30, Flöha (Telefon: 03726 4869, Mobil: 01629632601); Hiltgunde Seidel, Augustusburger Straße 54, Flöha (Telefon 03726 722037, Mobil: 017663141137); Michael Möbius, Dresdener Straße 106, Geringswalde (Mobil: 01749923072). Insgesamt gibt es im Landkreis Mittelsachsen 24 Pilzberater.


Giftig oder ungenießbar

Pantherpilz: Die Fruchtkörper des Pantherpilzes zeigen typische Wulstlingsmerkmale: braune, mit weißen Flocken besetzte Hüte, beringte weiße Stiele mit verdickter Knolle am unteren Ende und helle, dicht stehende Lamellen. Pantherpilze kommen in verschiedenen Waldformen vor. Die Fruchtkörper erscheinen zwischen Juni und November.

Der Pantherpilz ist für Menschen giftig.

Gallenröhrling: Der eigentliche Doppelgänger des Steinpilzes ist der Gallenröhrling. Er ist kein Speisepilz, da er sehr bitter schmeckt. Vor allem als junger Pilz wird er oft mit dem Steinpilz verwechselt. Der Gallenröhrling hat jedoch eine dunkle Netzzeichnung auf dem meist ocker-gelblichen Stiel, während der Steinpilz vor allem am oberen Stielende ein weißes Stielnetz aufweist. Darüber hinaus färben sich die Röhren des Gallenröhrlings im Alter schmutzig-rosa, die des Steinpilzes jedoch oliv.

Kahler Krempling: Lange Zeit galt er als essbarer Speisepilz, da angenommen wurde, dass die giftigen Stoffe beim Abkochen zerstört werden. Doch nach dem Verzehr abgekochter Exemplare bilden sich im Blut Antikörper, die auch nach längerer Zeit zu tödlichen Vergiftungen führen können. (ule)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...