Regionale Firmen werben um Nachwuchs

Ansturm auf die Ausbildungsmesse: Viele Jugendliche haben sich am Samstag in Mittweida über Berufe informiert, die man in Mittelsachsen lernen kann. Die Unternehmen setzen große Hoffnungen in die Kontakte zu den Schülern.

Mittweida.

Mit einer solchen Resonanz hatten die Initiatoren der Ausbildungsmesse nicht gerechnet. Jugendliche sowie Eltern mit ihren Kindern mussten sich am Samstag teilweise anstellen, um eine Beratung bei einem regionalen Betrieb zu bekommen. "Man kann von einem Besucheransturm sprechen, denn wir haben bereits nach einer Stunde fast die gesamte Besucherzahl aus dem letzten Jahr erreicht", informierte Organisatorin Stefanie Ebert von der Agentur für Arbeit in Freiberg. Kurz nach 11 Uhr zählten die Initiatoren bereits den 600. Besucher, im Vorjahr waren es am Ende des Messetages etwa 850. Insgesamt kamen am Samstag 1675 Interessierte in die Mittweidaer Sporthalle.

"Die enorme Steigerung hat sicherlich mehrere Gründe. Aber die Location hier am Schwanenteich ist wesentlich besser zu erreichen als das Wasserkraftwerk in Mittweida, wo wir im vergangenen Jahr die Ausbildungsmesse veranstaltet hatten", sagt Stefanie Ebert . Für die Verantwortlichen von "Schule macht Betrieb", dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft sowie der Agentur für Arbeit steht vor allem die Beseitigung des Fachkräftemangels im Vordergrund. "Unser Ziel ist es, dass viele junge Leute in der Region bleiben und Kontakte mit den Arbeitgebern in Mittelsachsen knüpfen", so Ebert.

Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen waren vertreten, von Agrargenossenschaften über die örtliche Diakonie bis hin zu Handwerksbetrieben, Baufirmen oder Banken. Insgesamt 59 Betriebe aus der Region stellten sich den Fragen der neugierigen Besucher. Neben der Anfrage zu Praktikums- oder Ausbildungsplätzen konnte man bei der fünfstündigen Messe auch ein Bewerbungstraining absolvieren.

Berufsberatung Wer es am Samstag nicht zur Messe geschafft hat, der kann sich den 17. oder den 24. September freihalten. Dann finden die Veranstaltungen "Schule macht Betrieb" in Freiberg und Döbeln statt.


Das erwarten Ausbilder

Eigeninitiative und Verständnis - egal für welchen Beruf sich die Jugendlichen am Ende entscheiden, geht es nach den Betrieben, dann zählen einige persönliche Eigenschaften mehr als die fachliche Kompetenz. "Natürlich ist das technische Verständnis eine Grundvoraussetzung für den Beruf des Mechatronikers oder Werkzeugmechanikers. Aber vor allem müssen die Azubis Eigeninitiative und großes Interesse an der Arbeit mitbringen", so Meik Hahn, Ausbilder beim Mittweidaer Präzisionsteilehersteller MPT. Ähnliches erwarten auch Betriebe anderer Bereiche. Wichtig sei, dass die Azubis über den Tellerrand blicken und Fragen stellen.


Das wünschen sich Azubis

Orientierung schaffen - die Teenager befinden sich kurz vor dem Schulabschluss meist in einer Phase der Orientierungslosigkeit. Viele haben sich daher noch überhaupt keine Gedanken über Wünsche und Vorstellungen ihres späteren Arbeitgebers gemacht. "Die Schüler sind in erster Linie neugierig und suchen zunächst, was zu ihnen passen könnte", erklärte Stefanie Ebert von der Agentur für Arbeit. Azubi Niclas Neumann äußerte hingegen schon konkretere Wünsche: "Wichtig ist, dass die Betriebe die Stärken der Jugendlichen erkennen und fördern und, dass die Betriebe weitere Kompetenzen über die Ausbildung hinaus vermitteln."

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