Reha in Sorge: Kampf für gute Versorgung

Kliniken melden sich mit Stellungnahme zu Wort - Unterstützung gefordert

Thermalbad Wiesenbad.

Die Rehabranche hat keine Lobby wie sie beispielsweise Krankenhäuser haben, sagt Ricarda Lorenz. Sie ist Geschäftsführerin der Thermalbad Wiesenbader Gesellschaft für Kur und Rehabilitation und einer der Unterzeichner einer Stellungnahme, die von der Initiative "Eine Reha-Stimme für Sachsen" jüngst an Politiker und Vertreter der Gesundheitsbranche versendet wurde. Neben der hiesigen Klinik gehören etwa die Knappschafts-Klinik Warmbad, die Sachsen-Klinik Naunhof, die Paracelsus-Klinik Bad Elster, die Helios-Klinik Schloss Pulsnitz und die Klinik Bavaria in Kreischa zur Initiative, die es so bisher nicht gegeben hat, sagt Lorenz. Früher betrachteten sich die Rehakliniken eher als Konkurrenten. Das habe sich gewandelt; nur mit gemeinsamer Stimme werde man gehört.

Im Herbst kam es zum ersten gemeinsamen Treffen. Nun meldet sich die Initiative "Eine Reha-Stimme für Sachsen" zu Wort. Aktuelles Thema: Fachkräftemangel. "Wir sehen den im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel stehenden ... Fachkräftemangel, vor allem im Bereich des Ärztlichen und Therapeutischen Dienstes sowie Pflegedienstes, mit großer Sorge", heißt es in der Stellungnahme. Die Patientenversorgung werde dadurch stark gefährdet. Die Rehabilitationseinrichtungen würden gegenüber Krankenhäusern bei der Finanzierung dringend benötigten Personals vernachlässigt. So sichere das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz Krankenhausträgern die Finanzierung zusätzlich eingestellten Pflegepersonals, solange dies am Markt akquiriert werden kann - für die Rehakliniken eine Wettbewerbsverzerrung. "Bei dem Gesetz hat man uns vergessen", sagt Lorenz. Gehaltsdifferenzen bis zu 1000 Euro seien die Folge. Auf der anderen Seite steigen die Belastungen der Reha-Kliniken, sagt Lorenz: Die Menschen werden immer älter, sollen bis 67 arbeiten. Ohne Reha werde das nicht zu schaffen zu sein. Und die Liegezeiten in den Krankenhäusern haben sich deutlich verringert. "Früher kamen die Patienten 20 Tage nach der OP zu uns, jetzt sind es sechs Tage." Dadurch steige der pflegerische Aufwand. Um den Fachkräftemangel abzufedern, sei qualifizierter Zuzug aus dem Ausland notwendig - deutlich weniger bürokratisch als bislang etwa bei der Visa-Verteilung.

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