Reise-Expertin gibt Wandertipps für die Region

Die "Freie Presse" sucht den Mittelsachsen des Jahres 2020. Heute: Katja Kaufmann aus Hainichen, die ihre Kunden und Freunde trotz Lockdown weiter in Bewegung hält.

Hainichen/Frankenberg.

Seit 2008 führt Katja Kaufmann ein Reisebüro. Begonnen hatte die Hainichenerin in ihrer Heimatstadt, 2016 kam Frankenberg als zweiter Standort dazu, verbunden mit dem Wechsel zum Anbieter Sonnenklar-TV. Fünf Mitarbeiter hat die 44-jährige Unternehmerin beschäftigt. Dann kam Corona und der fast totale Einbruch für die Reisebranche.

Für Katja Kaufmann bedeutete dies im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von 94 Prozent. Nur wenige Kunden konnte sie in die Ferien schicken, musste dafür fast 1000 Buchungen rückabwickeln. Und es kam das Aus für ihr Büro in Hainichen. "Im Frühjahr war noch nicht klar, welche finanzielle Hilfe wirklich kommt", erklärt Kaufmann. "Weil es eine unsichere Zeit war, musste ich den Mietvertrag kündigen." Das Büro in Frankenberg soll bestehen bleiben, eine Mitarbeiterin gibt es dort noch. Die Überbrückungshilfe sei für sie derzeit eine wirklich sinnvolle Unterstützung.

Ihren Mut und auch die Hoffnung auf wirtschaftlich bessere Zeiten hat Katja Kaufmann nie aufgegeben, im Gegenteil. Sie versucht bis heute, die Leute aufzumuntern, zu motivieren und natürlich auch als Kunden zu behalten. Und das als dreifache Mutter, die sich auch an Heimunterricht gewöhnen musste.

Schon im ersten Lockdown hat sie über Facebook und andere Kanäle die Leute zu Sport und Bewegung animiert. Als es zum Jahresende erneut in den Stillstand ging, kündigte sie sieben Wandertouren für sieben Tage an und hielt natürlich Wort. Zwischen Striegis und Zschopau erkundete sie selbst mit ihrer Familie die Gegend und machte mit Bildern, Videos und Beschreibungen die Leute auf die schönen Wege und die tolle Gegend aufmerksam.

"Das war auch eine sinnvolle Beschäftigung für mich selbst, hat zudem viel Spaß gemacht", sagt Kaufmann. "Ich habe ja schließlich auch mal Sport studiert. Zudem wollte ich etwas anbieten, damit mich die Menschen nicht vergessen. Ich habe schon viele Nachrichten von Leuten bekommen, die meine Strecken abgelaufen sind. Das freut mich natürlich sehr." Ihre Einschätzungen scheinen auf Plattformen im Internet ohnehin gefragt zu sein. Auch ihre innerdeutschen Reisetipps und Beschreibungen von Urlaubsregionen wurden gut geklickt.

Ihr zweites Standbein, die Fitnesskurse "Fit mit Kaufmann", hat sie auch wiederbelebt. Sie stellt Trainingspläne ins Internet, macht in kleinen Videos Übungen vor. Das alles bietet sie kostenlos. Das gilt auch für die neuen Kurse, die sogar unter den strengen Kontaktregeln der Pandemie möglich sind. Wer sich zum Beispiel im Stadtpark Hainichen sportlich betätigen möchte, bekommt von ihr eine klassische Karteikarte, auf der Aufgaben notiert sind, die abgearbeitet werden müssen. Das ist maximal zu zweit möglich. Wer also auf seinen Spaziergänge andere Leute trifft, die gerade rennen, sich dehnen oder Übungen machen, der könnte gerade von Katja Kaufmann fit gemacht werden.

Dass ihr Reisebüro ab 10. Januar wieder öffnen kann, glaubt sie nicht. Per Telefon und online ist sie weiter für ihre Kunden da. Die Buchungen für das neue Jahr laufen aber auch schon eine Weile. "Griechenland ist sehr gefragt, die Türkei dagegen gar nicht mehr", erläutert sie. "Deutschland war 2020 stark, für 2021 gibt es noch gar keine Nachfragen. Man merkt schon, dass die Leute raus, also auch wieder fliegen wollen."

Für dieses Jahr hat sie sich ein neues Ziel gesetzt. Sie will in der Natur aufräumen. Der Hintergrund ist ebenso simpel wie traurig. "Überall liegt Müll und Unrat herum, nicht nur weggeworfene Sachen, oftmals ganze Tüten, die im Wald abgestellt worden sind", berichtet sie. "Ich mache den Anfang und räume ein mal im Monat einen Tag lang auf. Dann sollen andere mir das nachmachen."

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