Riesige Rauchwolke über Oederan

Als die Feuerwehrleute anrücken, schlagen aus der 8000 Quadratmeter großen Lagerhalle der Firma WSVK schon die Flammen. Hilfe kommt von vielen Seiten.

Oederan.

Ein Inferno. Bis weit in die Nacht hinein haben am gestrigen Sonntag 120 Feuerwehrleute den Großbrand im Oederaner Gewerbegebiet bekämpft. Nach drei Stunden hatten die Einsatzkräfte der elf Oederaner Ortsteilwehren, unterstützt durch Feuerwehrleute aus Flöha und Brand-Erbisdorf sowie dem Führungskommando aus Freiberg das Feuer weitgehend unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten zum Redaktionsschluss jedoch noch an. Im Einsatz waren auch Rettungskräfte des DRK, der Katastrophenschutz und die Polizei.

14 Uhr werden die Feuerwehrleute alarmiert. Als sie am Einsatzort im Oederaner Gewerbegebiet eintreffen, befindet sich die 100 mal 80 Quadratmeter große Halle bereits im Vollbrand. Flammen schlagen durch das Dach. Die gigantische Rauchwolke, die Richtung Frankenstein zieht, ist selbst in Freiberg noch zu sehen. Bewohner von Hartha, Frankenstein, Wingendorf und Memmendorf sind gewarnt. Sie sollen die Fenster und Türen geschlossen halten. Die Warnung kann auch bis zum Abend nicht aufgehoben werden. Ein Messleitwagen der Feuerwehr erkundete die Umgebung. Eine Gefährdung soll nicht bestanden haben, hieß es.

Vom Feuer betroffen ist die Firma WSVK Oederan. Die Verpackungsspezialisten, die ihren Stammsitz in Falkenau haben, hatten sich erweitern können, ließen bereits 2014 zwei Produktionshallen mit gut 37.000 Quadratmeter Fläche im Gewerbegebiet Oederan bauen. Später erfolgte der Bau von weiteren Hallen auch in Falkenau. Das Unternehmen entwickelt und produziert Verpackungen, Isolationskörper und technische Formteile aus geschäumten Kunststoffen und feierte 2015 sein 25-jähriges Bestehen.

17 Uhr Das Feuer ist weitgehend unter Kontrolle, die Löschwasserversorgung stabil. Diese knappe Auskunft kann Marco Schaffarschick, Pressesprecher der Oederaner Feuerwehr, nach drei Stunden geben. Der Versuch, über die angrenzende Produktionshalle zum Innenangriff auf die Flammen überzugehen, sei jedoch aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden. Es bestehe Einsturzgefahr. Das heißt, das Feuer, das in der Lagerhalle ausgebrochen war, muss immer noch von außen gelöscht werden. Eine Brandschutzwand verhinderte das Übergreifen des Feuers auf die Produktionshalle.

Der massive Außenangriff erfolgt über die zwei Drehleitern, die zum Fuhrpark der Oederaner beziehungsweise der Flöhaer Feuerwehr gehören. Das Löschwasser kommt aus Hydranten und Feuerlöschteichen, erklärt Marco Schaffarschick. So seien beispielsweise zwei Schlauchleitungen über jeweils zwei Kilometer Länge vom Löschteich und Schlauchleitungen um den Gebäudekomplex verlegt worden. Im Einsatz war auch ein Hubschrauber der Polizei, der Luftbilder anfertigte.

20 Uhr Die Einsatztrupps wechseln sich ab. Es wird eine lange Nacht für die freiwilligen Helfer. Mit einem Fachberater des Technischen Hilfswerkes wird in der Lagebesprechung abgestimmt, was nötig ist, um den Einsatzort ausleuchten zu können. "Wir werden in Kürze die weiter angereisten Helfer nach Hause schicken. Dann planen wir eine Art Schichtsystem für die Nacht", erklärt Marco Schaffarschick von der Oederaner Feuerwehr. Warum das Feuer in der Lagerhalle ausgebrochen ist, lasse sich bislang nicht sagen, hieß es am Abend in der Pressemitteilung der Polizei. Verletzt wurde bislang niemand. Wie hoch die Schadenshöhe ist, muss erst noch ermittelt werden.

www.freiepresse.de/bildergalerie

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...