Rossau schafft Platz für Häuslebauer

Der Gemeinderat macht den Weg frei für neue Baugrundstücke am Ortsrand. Los geht es in Oberrossau, andere Ortsteile könnten folgen.

Rossau.

Die Gemeinde Rossau bekommt neues Bauland. Dafür werden Flächen aus dem bisherigen Außenbereich des Ortsteils Oberrossau in den Innenbereich einbezogen. Der Gemeinderat hat den dafür nötigen Satzungsänderungen mit nur einer Enthaltung zugestimmt.

"Wir wollen junge Leute in den Ort holen", begründete Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) die geplante Umwandlung von Freiflächen am Ortsrand in bebaubare Areale. Vor allem Familien mit dem Wunsch nach einem Eigenheim soll das Angebot nach Oberrossau locken. Baugrundstücke seien derzeit gefragt, so Gottwald. Es gebe für Oberrossau konkrete Anfragen. Grundstückseigentümer seien zudem in vielen Fällen bereit, Flächen für Bauland zur Verfügung zu stellen. Falls es in Oberrossau gut laufe, könnten auch in anderen Ortsteilen bisherige Außenbereichsareale für eine Bebauung in die Planung einbezogen werden, so der Bürgermeister.

Als Außenbereich werden Grundstücke bezeichnet, welche außerhalb von zusammenhängenden Bebauungen in Ortschaften liegen. Grundsätzlich darf im Außenbereich nicht gebaut werden. Die Gemeinde kann aber per Satzungsänderung und Bebauungsplan die Voraussetzung für solche Vorhaben schaffen.

Auf die Frage eines Gemeinderates, warum Bauwillige in anderen Ortsteilen noch warten oder nach Oberrossau ausweichen müssen, begründete Gottwald die vorläufige Beschränkung mit den Planungskosten für die Kommune. "Wir müssen in Vorleistung gehen. Das gesamte Gemeindegebiet zu überplanen, würde bis zu 200.000 Euro kosten", sagte er. Allerdings würden Bauherren auch an den Kosten beteiligt.

Bei den jetzt beschlossenen Ergänzungsflächen in Oberrossau handelt es sich laut Ortschef um zwei getrennte Areale, die knapp 3000 und rund 2500 Quadratmeter groß sind. Weiterhin haben die Räte für Flurstücke auf einem mehr als 10.000 Quadratmeter großen Areal an der Hauptstraße am Ortsausgang in Richtung Moosheim grünes Licht für ein Bebauungsplanverfahren gegeben, bei dem auch Außenbereichsfläche berührt sind. Hier sollen bis zu sechs Einfamilienhäuser entstehen.

In allen Fällen habe die Gemeinde zuvor Gespräche mit den Eigentümern geführt. Auch eine Vorabstimmung mit dem Landkreis sei erfolgt, erklärte Gottwald. Bei den Flächen, die aufgrund der Satzungsbeschlüsse in den bebauten Ortsteil integriert werden, handle es sich um Brach- und Wiesenflächen. Mit den Grundeigentümern gebe es Vereinbarungen. Sie seien einverstanden, dass aus den Flächen Bauland wird. Laut Gottwald sind aber nicht alle Eigentümer im Ort bereit, Boden abzugeben.

Für andere Ortsteile, die nachziehen könnten, sieht er zudem die Notwendigkeit, dass jeweils etwa sieben oder acht Bauwillige Interesse bekunden. "Satzungsänderungen für einzelne aus Gefälligkeit wird es nicht geben", sagte er. In Oberrossau sollen weitere Planungsschritte folgen. Ziel sei, dass ab Anfang 2019 Bauanträge gestellt und ab April oder Mai gebaut werden kann.

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