Rossauer setzen sich mit Leidenschaft für Ort ein

Ein Schützenvereinschef und zwei Hobby-Bergwerker durften sich in das Ehrenbuch der Gemeinde eintragen. Sie fördern die Jugend für die Zukunft und erhalten Geschichte für die Gegenwart.

Rossau.

Drei Rossauer, die sich in ihrer Freizeit für das Wohl des Ortes engagieren, sind für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit mit Ehrenurkunden und Einträgen in das Ehrenbuch der Gemeinde ausgezeichnet worden. Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) würdigte in der jüngsten Gemeinderatssitzung im ehemaligen Rathaus in Seifersbach ihren Beitrag zur Dorfentwicklung und bedankte sich für ihren Einsatz.

René Lang, Gerold Riedl und Rainer Wilfert seien vom Gemeinderat überdies für die Ehrung ausgewählt worden, weil sie den sozialen Zusammenhalt in der Gemeinde förderten, so der Ortschef. René Lang leiste nach seiner und der Einschätzung des Gremiums wichtige Arbeit im Vorstand des Schützenvereins 1809 Seifersbach. Herausragendes habe er darüber hinaus im Bereich Jugendarbeit vollbracht. Gerold Riedl und Rainer Wilfert engagieren sich im Verein Alte Hoffnung Erbstolln in Schönborn. In diesem Fall verdienten zwei Aktive aus dem Verein die Ehrung gleichermaßen, sagte Gottwald. Riedl und Wilfert hätten zum systematischen Ausbau des historischen Bergwerks beigetragen, seien vom sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine zu Bergmeistern ernannt worden und führten Gäste durch den Besucherbereich der Anlage.

Erfolge, die Bergwerks- und Schützenvereine verzeichneten, seien zu einem beachtlichen Teil dem Tatendrang dieser Ehrenamtler zu verdanken, so der Bürgermeister. Sie motivierten zudem andere Menschen, sich ebenfalls einzubringen, betonte er. So habe Langs Eifer seit seinem Eintritt in den Seifersbacher Schützenverein 1994 dem Sport ebenso gegolten wie vielen anderen nützlichen Arbeiten, unter anderem beim Neubau des Schießstandes. 2008 wählten ihn die Vereinsmitglieder in den Vorstand. Zugleich übernahm Lang Verantwortung für den Nachwuchsbereich. Er bereitete in den folgenden Jahren die Jugendlichen im Verein auf Wettkämpfe vor, organisierte Veranstaltungen mit dem Vereinsnachwuchs und dessen Eltern sowie Jugendcamps für den Sächsischen Schützenbund.

"Vor allem bringt er den jungen Schützen bei, mit Anstand, Achtung und Toleranz unterwegs zu sein", betonte Gottwald. Ein Stamm von Co-Trainern, den der heute 48-Jährigen mit aufgebaut habe, stehe ihm bei der Vereinsarbeit zur Seite. Überdies unterstütze Lang tatkräftig die Zusammenarbeit des Vereins mit einer Patenkompanie aus der Frankenberger Kaserne.

Die Hobbybergleute widmen ihre Freizeit seit mehreren Jahrzehnten hauptsächlich der Technik- und bergmännischer Geschichte. Riedel gehörte zu den Bergbau- und Geschichtsbegeisterten, die 1978 den Verein "Alte Hoffnung Erbstolln" gründeten. Sie schufen in einem Teil der Anlage, aus der bis 1885 Bergleute Erz für die Blei-, Silber-, Kupfer- und Nickelgewinnung holten, das heutige Besucherbergwerk. Die aktuell etwa 20 Mitglieder bieten Einfahrten mit dem Boot in das Röschensystem und Führungen zum technischen Zentrum des Bergwerks an. Zudem finden Veranstaltungen unter Tage statt.

"Wir setzen unsere Freizeit und das Geld, das wir durch jährlich etwa 1500 Besucher erwirtschaften, für unser Instandsetzungsprogramm ein", sagte der Vereinschef. Insgesamt haben Vereinsmitglieder laut Riedl bereits rund 90.000 Gäste ins Besucherbergwerk geführt. Die Einnahmen flossen in die Rekonstruktion der Anlagen unter und über Tage. Im Besucherbergwerk wollen die Vereinsmitglieder Geschichte erlebbar machen und bergmännische Sachzeugen bewahren. Aktuell gibt es zahlreiche Vorhaben, wie beispielsweise den Wiederaufbau einer Turbine. Für das bisher Geleistete hat der 57-jährige Mitgründer und Vereinschef Gerold Riedl laut Gottwald bereits über seine Heimatregion hinaus bedeutsame Ehrungen erhalten, unter anderem vom Präsident des Sächsischen Landtags, Matthias Rößler.

An der Rekonstruktion und Pflege der historische Sachzeugen hat nach Einschätzung der Gemeinderäte Rainer Wilfert maßgeblichen Anteil. Der 80-Jährige widme sich seit mehr als 60 Jahren mit Hingabe dieser Aufgabe, sagte Gottwald. 1956 habe er zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Historische Bergbau beigetragen, das Begonnene später im Verein fortgeführt.


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