Ruhe schafft Raum zum Nachdenken

Auszeit: Domkantor sieht in Krise auch Chance

Freiberg.

Keine Gottesdienste, keine Führungen, keine Konzerte: Im Freiberger Dom St. Marien ist es sehr still. Ein Mehr an Freizeit bringt das für Domkantor und Domorganist Albrecht Koch aber nicht mit sich. "Die konzertante und touristische Hauptsaison beginnt erst im Mai", sagt er. Davor liegt Ostern. An dieses Fest ohne Gottesdienste zu denken, schmerze alle in der Domgemeinde sehr, gibt Koch zu. "Im Moment sortieren wir die Lage, beschäftigen uns auch mit der Frage, wie wir als Kirche und auch als Kulturträger anders als gewohnt Menschen erreichen und ihnen etwas geben können", sagt er. Außerdem liege sehr viel auf seinem Tisch, was bearbeitet werden muss. "Und ich muss beispielsweise weiter üben, so wie ein Sportler trainieren muss, um im Stoff zu bleiben", schildert Koch. "Insofern ist es eine herausfordernde Situation für mich und uns als Gemeinde, aber wir sind nicht beschäftigungslos." In der dennoch eintretenden Ruhe auch nachzudenken, was unser schnelles und überfülltes Leben eigentlich ausmache, sei sicher gut und angebracht, findet der Domkantor und fügt an: "Es kommt die Zeit nach Covid-19, in der wir hoffentlich dankbar für Wiedergewonnenes und Neuerkanntes sein werden." (wjo)


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