Runde auf abwechslungsreichem Terrain

Mit steigenden Temperaturen klettert die Lust, die Wanderschuhe zu schnüren. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Rund um Wechselburg.

Wechselburg.

Die Gemeinde Wechselburg mit ihren insgesamt zwölf Ortsteilen auf einmal zu erwandern, sollte nicht das Ziel von Spaziergängern sein. Lieber umrundet man den Kernort und kommt auf einer abwechslungsreichen Strecke durch einige zugehörige Dörfer. Unstrittiger Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Brücke über die Zwickauer Mulde.

Dem Fluss folgt man aufwärts auf einem rot markierten Weg. Nach reichlich zwei Kilometern wird etwas abseits des Weges die Mündung des größten Nebenflusses - der Chemnitz - erreicht. Der folgen die Spaziergänger. Unterwegs kann man schöne Natur genießen, aber auch die Reste der alten Bahnlinie, die durch das Chemnitztal führte, sehen. Hier soll in den nächsten Jahren der Radweg aus Richtung Chemnitz weitergebaut werden.

Christoph Ulrich

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An einem Aussichtspunkt hat man erneut abseits der Strecke einen interessanten Blick nach Göritzhain im Tal. Kurz danach muss links abgebogen werden. Auf dem freien Feld stößt der Pfad bald wieder auf einen größeren Weg, auf den rechts eingeschwenkt wird. Nach Überqueren der Dorfstraße geht es ein ganzes Stück weiter. Über einen kleinen Weg an einem landwirtschaftlichen Betrieb vorbei wird in das Örtchen Seitenhain abgestiegen. Nach rechts folgt man der Dorfstraße sanft ansteigend, die sich irgendwann in einen Feldweg wandelt. An dessen Ende wenden sich die Leute auf Schusters Rappen nach links - jetzt mit einer gelben Kennzeichnung. Spätestens hier öffnet sich auch die Sicht in alle Richtungen vom Leipziger Land bis zum bunten Schornstein in Chemnitz.

Göppersdorf grüßt rechts aus der Ferne. Das nächste Ziel ist Nöbeln, wo es mit dem "Gasthof zu den drei Linden" auch eine Einkehrmöglichkeit gibt. Nach der Gaststätte geht es rechts Richtung Meusen. Im Ort selbst wird sich halblinks gehalten. Bald tauchen die ersten Wegweiser zum landschaftlich wunderschönen Silbertal auf (siehe Kasten). Das wird ziemlich in der Mitte von einer kleinen Straße unterbrochen. Ganz am Ende geht es hinauf zur Bahnstrecke, die der Zwickauer Mulde folgt. Achtung bei der Querung: Hier kann es durchaus Schienenverkehr geben. Die Wanderer gehen zur Mulde hinunter. Wer will kann vorher noch den slawischen Burgwall namens Fischheimer Borstel besichtigen. Entlang der Mulde kommen die Spaziergänger in den Schlosspark mit seinen Sehenswürdigkeiten, wie die Lourdesgrotte. Wenn noch Kondition übrig ist, steigt man in den Ortskern hinauf und schaut sich Basilika, Kloster und Schloss an.


Als Zschillen gegründet

Das heutige Wechselburg wurde als Ort Zschillen gegründet und ist eng mit dem gleichnamigen Kloster verbunden. Nach der Reformation kam es in Besitz des Herzogs Moritz. Dieser tauschte mit der Adelsfamilie von Schönburg 1543 Gebiete in der Sächsischen Schweiz gegen Zschillen. So kam Wechselburg wahrscheinlich zu seinem Namen.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 16,0 Kilometer. Start und Ziel: Wanderparkplatz in Wechselburg. Gesamtanstieg: circa 180 Höhenmeter. Höchster Punkt: 279 Meter über dem Meeresspiegel am Wendepunkt östlich von Seitenhain; Tiefster Punkt: 167 Meter am Start und Ziel der Tour.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 53-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. (jz)


Silbersuche in der Region Wechselburg

Silbertal, -bach und -löcher in Wechselburg - war die Edelmetallsuche im Mittelalter hier wie im Erzgebirge erfolgreich? 1168 wurden in der Region Freiberg Spuren von Silber gefunden, was einen riesigen Boom auslöste. Einzelne Gruben in Mittelsachsen sind sogar noch älter. "Das Berggeschrei ist bis nach Wechselburg geklungen. Gefunden wurde aber nichts", so Heimatforscher Günter Kunzmann. Er datiert die Suche auf die Zeit nach 1500. Ob dies aber noch unter der Regie der Ordensritter, denen das Kloster 1278 übereignet wurde, passierte oder schon während der Herrschaft der Schönburger, kann er nicht sagen. Übrig geblieben sind zwei mehr als fünf Meter tiefe Löcher im Silbertal, die mit Wasser vollgelaufen und versumpft sind. Eine Untersuchung fand nie wieder statt. Gefährlich sind die alten Überbleibsel aber, da man, einmal reingerutscht, ohne Hilfe kaum wieder heraus kommt. (jz)

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