KZ-Gedenkstätte: Sachsenburger Dialog dreht sich rund ums Erinnern

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Vorträge, Diskussionen und Rundgänge stehen im Fokus des Sachsenburger Dialogs 2022. Sie finden an einem Ort statt, an dem grausam Geschichte geschrieben wurde.

Sachsenburg.

Um Aspekte der Erinnerungskultur in verschiedenen Epochen geht es den Akteuren hinter dem Sachsenburger Dialog. Zu diesem Dialog bitten die Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Lagerarbeitsgemeinschaft und die Geschichtswerkstatt Sachsenburg für den 11. und 12. Juni. Auf dem Gelände der entstehenden Gedenkstätte KZ Sachsenburg können Teilnehmer gemeinsam in die Geschichte eintauchen und nach Antworten auf die Frage suchen, wie Gedenken und Erinnern gestaltet werden soll.

Sachsenburg ist eines der frühen Konzentrationslager in Sachsen. Es wurde 1933 in einer ehemaligen Spinnerei an der Zschopau vor den Toren Frankenbergs eingerichtet. Hier wurden vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter aus dem KZ Plaue, Sachsens erstem KZ, und aus Chemnitz gefangen gehalten, später auch oppositionelle Geistliche und Zeugen Jehovas. Insgesamt waren in Sachsenburg bis zur Schließung 1937 rund 10.000 Menschen inhaftiert. Von circa 7000 Insassen sind die Namen bisher bekannt. Den Stand der Häftlingsdatenbank wird Anna Schüller, Vorstandsmitglied der Geschichtswerkstatt und Sprecherin der Lagerarbeitsgemeinschaft, am Samstag ab 11 Uhr präsentieren. Sie will Möglichkeiten der Recherche für Angehörige und Wissenschaftler aufzeigen. Bereits 10 Uhr wird Mykola Borovyk im Namen der Stadtverwaltung den aktuellen Stand zur Entwicklung der Gedenkstätte vorstellen. Der Historiker ist eigens vom Rathaus angestellt worden, um die Erinnerungsstätte voranzubringen. Mit Erfolg: Nach dem Freistaat hat auch der Bund eine Förderung für den Erinnerungsort angekündigt. Im Mai begutachteten Vertreter von Bundes- und sächsischen Ministerien die Gedenkstätte und stellten den Fördermittelbescheid in Aussicht. Das Geld könnte noch 2022 fließen.

Am ersten Tag des Dialogs kommen dann auch noch jene Protagonisten zu Wort, die der Gedenkstätte bereits in der DDR Impulse gaben. Karl Otto, Gottfried Weber und Hans Diettrich werden von 11.45 bis 13.30 Uhr in kurzen Vorträgen vorgestellt. Nach einer Mittagspause geht es 15 Uhr mit einem Bürgerdialog weiter. Hier stehen Berichte ehemaliger Gefangener und Erinnerungen an die DDR-Gedenkstätte und die Debatten nach 1990 im Mittelpunkt.

Am Sonntag findet ab 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit künstlerischen Beiträgen in der Fabrik sowie einer Kranzniederlegung am Denkmal statt. Ab 12 Uhr haben Besucher des Sachsenburger Dialogs die Gelegenheit, an begleiteten Rundgängen über das Gelände teilzunehmen und so tief in die Geschichte des Konzentrationslagers einzutauchen. Diese beginnen vor dem Dokumentationszentrum in der ersten Etage des benachbarten Lokals "Fischerschänke".

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