Schlange verschlingt mehr Geld

Vier Wochen vor Ende der Landesgartenschau in Frankenberg stehen die Kosten für die Brücke über die B 169 fest: Für die Verbindung der beiden Areale sind 4,46 Millionen Euro zu zahlen. Eine Alternative hätte nur einen Bruchteil gekostet.

Frankenberg.

Der Stadtrat von Frankenberg hat auf seiner jüngsten Sitzung die letzten Nachträge für den Neubau der Rad- und Fußgängerbrücke über die B 169 beschlossen. Beauftragt wurden 712.300 Euro. Damit stehen die Gesamtkosten für den auch Schlangenbrücke genannten Bau mit nunmehr 4,46 Millionen Euro fest.

An dem Neubau, der Zschopauaue und Mühlbachtal verbindet, scheiden sich bis heute die Geister. Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) betont immer wieder, dass die Möglichkeit der gefahrlosen Querung der viel befahrenen Bundesstraße sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad, dem Rollator oder dem Kinderwagen die Innenstadt aufwerte und die Lebensqualität erhöhe. Zudem werde die Brücke zu 90 Prozent vom Freistaat gefördert und belaste daher den städtischen Haushalt nur begrenzt.


Stadtrat Jörg Hommel (Die Linke) dagegen erinnert daran, dass auch ein Plan für eine temporäre Brücken-Alternative auf dem Tisch lag. Diese hätte nur 300.000 Euro gekostet, also weniger als die Hälfte der jetzt beauftragten Nachträge.

Von diesen hatte die ausführende Arbeitsgemeinschaft ganze 38 eingereicht, erklärt Frankenbergs Beigeordneter Ralf-Peter Regner. Gesamtsumme: 1,102 Millionen Euro. "Drei wurden abgelehnt", so Regner. Weitere wurden wegen überzogener Forderungen "herunterverhandelt". Über die sechs größten Posten hatte nun nach fachlicher, sachlicher und rechtlicher Prüfung der Stadtrat zu befinden und gab schließlich mehrheitlich grünes Licht. Im Detail ging es unter anderem um Mehraufwand bei Beschichtungsarbeiten, neue Positionen für Hilfsstützen und Folgen des um vier Monate verschobenen Fertigstellungstermins.

Regner unterstrich im Stadtrat, dass die nun feststehenden Gesamtkosten für das Bauwerk nur 59.000 Euro über dem Haushaltsansatz 2019 lägen. Für die Differenz sei die Finanzierung gesichert, so der Beigeordnete. Wegen der gestiegenen Kosten hat die Verwaltungsspitze inzwischen beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr Fördermittelbedarf angezeigt.

Von einer Punktlandung bei den Kosten kann aber nicht die Rede sein. Der ausgeschiedene langjährige Linken-Stadtrat Frank Richter hatte schon früh auf die gestiegenen Ausgaben für die Schlange aufmerksam gemacht. "In der Haushaltssatzung von 2018 betrugen die geplanten Baukosten noch 4,212 Millionen Euro", sagte Richter. Zudem sei die Position über 219.000 Euro für die Wiederherstellung des Dammweges vom Dammplatz bis zu B 169 zwar durch den Brückenbau verursacht worden. Im Haushalt sei sie aber an anderer Stelle ausgewiesen.

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