Schloss in Wechselburg vor Verkauf

Ein Investor hat Pläne für die historische Anlage

Wechselburg.

Obwohl die Pläne des möglichen Käufers noch vage sind, kann Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) das Wechselburger Schloss verkaufen und einen Vertrag dafür aushandeln. Die Kreisräte haben ihm dazu in ihrer Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Vollmacht erteilt. Das erfuhr die "Freie Presse" aus den Reihen der Kreisräte.

Laut der Beschlussvorlage, die nach "Freie Presse"-Informationen mit nur wenigen Gegenstimmen angenommen wurde, plant ein Investor aus Sachsen die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Als Möglichkeiten für eine Nutzung ziehe er ein Hotel, ein Pflegeheim oder ein Gesundheitszentrum in Betracht. Beim Kreistag war der Investor nicht anwesend, um seine Ideen zu erläutern, heißt es.

Im Benediktinerkloster in Wechselburg, das unmittelbar an das Schloss angrenzt, kennt man die Pläne des Landkreises, das Schloss an einen Privatmann zu verkaufen. "Wir hoffen auf einen Nachbarn, mit dem wir inhaltlich und seelsorgerisch kooperieren können", sagte der Prior des Klosters, Pater Maurus Kraß. Eine Nutzung als Hotel, als Pflege- oder Gesundheitseinrichtung könne er sich vorstellen. "Wir erwarten, dass die Nutzung mit dem benachbarten Jugend- und Familienhaus gut verträglich ist", so der Prior des Klosters.

Einst gab es Pläne, dass die Benediktinermönche das Schloss selbst nutzen. Anfang der 1990er-Jahre sei man davon ausgegangen, dass später im Schloss das Kloster eingerichtet wird. Die ersten Mönche, die in den Ort kamen, hätten auch in dem Gebäude gelebt, das damals schon dem Landkreis gehörte und ein Kinder- und Jugendkrankenhaus beherbergte. Doch die Verhandlungen zogen sich laut dem Pater hin. Schließlich kauften die Benediktiner ein Stück Land neben dem Schloss, wo 1998 und 1999 das heutige Kloster und das Jugend- und Familienhaus errichtet wurden. Man einigte sich darauf, dass das Kloster sich die Option zum Kauf des restlichen Areals offen hält, heißt es im Beschlusspapier vom Kreistag. Im Oktober 2009 ermächtigte der Kreistag den damaligen Landrat Volker Uhlig (CDU) erneut Verhandlungen zum Verkauf des Schlosses aufzunehmen.

Laut Pater Maurus Kraß hatten das Bistum Dresden-Meißen und die Abtei in Ettal, zu der das Wechselburger Kloster gehört, die Absicht, in dem Schloss ein weltoffenes Haus für Bildungszwecke einzurichten. Doch die Verhandlungen seien zäh gewesen. Knackpunkt war die Finanzierung der Sanierung. Schließlich scheiterten die Gespräche. Seit 2014 haben Bistum und Kloster laut dem Wechselburger Prior kein Interesse mehr, das Schloss zu nutzen. (fpe)

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