Schloss Ringethal soll kulturelles Zentrum werden

Der Förderverein hat seine Ideen für die künftige Nutzung des Gebäudes vorgestellt. Doch die Sanierung ist ein Langzeitprojekt.

Ringethal.

In das ehemals verwaiste Schloss Ringethal ist seit einigen Jahren wieder Leben eingekehrt. Nach 20 Jahren Leerstand hatte die Stadt Mittweida, der das historische Haus gehört, ab Frühjahr 2016 das marode Dach in Stand setzen lassen und Schloss Ringethal so vor dem Verfall gerettet. Ein Jahr später gründete sich ein Förderverein für das einstige Herrenhaus.

Bei einem Ortstermin mit dem Kulturausschuss des Stadtrats hat der Förderverein nun erste Ideen für die Zukunft des Gebäudes vorgestellt. Vorgesehen sind demnach Kulturveranstaltungen, Ausstellungen von Kunst und Heimatgeschichtlichem sowie die Vermietung von Räumlichkeiten für öffentliche und private Veranstaltungen. "Essoll das kulturelle Zentrum von Ringethal und vielleicht auch der anderen Ortsteile auf dieser Seite der Zschopau werden", sagt Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). Das Schloss müsse vor allem einen Nutzen für die Allgemeinheit haben - das sei auch Voraussetzung für die Fördermittel aus dem Kleine-Städte-Programm, mit denen die Stadt Schloss Ringethal sanieren will.


Ziel sei es zudem, dass die Veranstaltungen im Haus sich wirtschaftlich selbst tragen können, ergänzt Ernst Michael Weidauer, Vorsitzender des Fördervereins. Beide betonen, dass das Konzept noch nicht in trockenen Tüchern sei. Die Stadt wolle die Ideen des Vereins im nächsten Schritt mit eigenen Interessen abgleichen, so Schreiber. Auf dieser Basis solle ein Konzept erstellt werden, das voraussichtlich in der ersten Sitzung des Kulturausschusses nach der Sommerpause im September vorgestellt wird.

Dann will die Stadt schnellstmöglich Fördermittel beantragen, um mit der Sanierung der Außentreppe beginnen zu können. Nach Angaben der Stadt ist diese notwendig, um in dem Gebäude weiterhin gefahrlos ein und aus gehen zu können. Die linke Seite der Treppe dürfe aufgrund des schlechten Zustands bereits nicht mehr betreten werden. Bei der Instandsetzung sollen laut den Plänen der Stadtverwaltung Originalbestandteile der Treppe soweit möglich aufgearbeitet und wiederverwendet werden, die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von rund 110.000 Euro. Ob die Arbeiten in diesem Jahr bereits starten können, ist laut Ralf Schreiber noch unklar. Er geht von einem Baubeginn nicht vor November aus.

Die weitere Renovierung von Schloss Ringethal dürfte dagegen ohnehin ein Langzeitprojekt werden. Vor 2025 sei mit einem Abschluss nicht zu rechnen, so der Stadtchef. Immerhin könne, sobald das Konzept fertig ist, ein Architekt mit den Planungen beginnen, sagt Ernst Michael Weidauer. Denn bevor die spätere Nutzung geklärt ist, sei das noch nicht sinnvoll.

In den Augen von Ralf Schreiber hat Schloss Ringethal jedoch auch in seinem jetzigen Zustand schon einen gewissen Charme. Beim Schlossfest des Mittelsächsischen Kultursommers am 13. und 14. Juli, der Schlössernacht am 31. August und dem Tag des offenen Denkmals am 8. September haben Besucher in den kommenden Monaten wieder die Möglichkeit, sich davon selbst zu überzeugen.

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