Schnelles Internet: Stadt hadert mit Kosten

Fast 10 Millionen Euro würden für Ausbau in den Ortsteilen fällig

Mittweida.

Der Breitbandausbau in den Ortsteilen stellt die Stadt Mittweida vor Probleme. Zur jüngsten Stadtratssitzung kamen dazu Zahlen auf den Tisch: 9,6 Millionen Euro würde es kosten, in die bisher unterversorgten Gebiete der Stadt schnelles Internet zu bringen, sagte Holger Müller, Fachbereichsleiter Verwaltung im Rathaus. Damit liege das einzige Angebot, das die Kommune nach der Ausschreibung erhalten habe, weit über den Kosten, die zuvor ein Ingenieurbüro errechnet hatte. Die Verwaltung habe mit rund 4,3 Millionen Euro geplant. Rund 270 Anschlüsse sollen laut Müller damit geschaffen werden.

Eine schnelle Entscheidung stellte Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) nach dem Ausschreibungsergebnis nicht in Aussicht. Die Verwaltung bezweifle, dass dieses Angebot wirtschaftlich ist, so Müller. Und auch, ob der Fördermittelgeber mehr als doppelt so hohe Kosten akzeptiert, sei offen, ergänzte Schreiber. Die größte Hürde sei allerdings der 10-prozentige Eigenanteil, den die Stadt von den Kosten tragen müsse. Das seien fast eine Million Euro. Hinzu käme noch einmal fast eine Million Euro, die aus dem Haushalt zusätzlich vorfinanziert werden müssten und erst nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückfließen würden. Eine solche massive Belastung für den Haushalt müsse gründlich abgewogen werden, sagte Schreiber.


Ursprünglich sollten die Arbeiten bis 2021 erledigt und die Fördermittel in der Frist bis 2022 abgerechnet werden. Holger Müller bezeichnete den Zeitplan allerdings als unrealistisch. Auf der Suche nach der besten Lösung habe sich Mittweida überdies inzwischen an das Landratsamt gewandt, ergänzte Oberbürgermeister Schreiber. Sollte Mittweida das Vorhaben nicht selbst umsetzen können, hofft die Stadt, dem Breitbandprojekt des Landkreises Mittelsachsen beitreten zu können. Der Landkreis hat Kommunen angeboten, die Ausbauaufträge in sogenannten Clustern zu bündeln und attraktiver für Telekommunikationsunternehmen zu machen. 27 Kommunen beteiligen sich bereits, sie haben Kooperationsverträge abgeschlossen und den Landkreis mit der Verbesserung der Breitbandversorgung auf ihren Territorien beauftragt.

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