Schulen auf Radonbelastung getestet

Fünf Schulträger aus Mittelsachsen haben freiwillig an einem sachsenweiten Messprogramm teilgenommen. Elf Gebäude wurden untersucht - auch die Grundschule Grünlichtenberg.

Kriebstein/Dresden.

Ein Jahr lang lagen die kleinen Messgeräte im Schulgebäude und in der Turnhalle der Grundschule Grünlichtenberg. Nun hat es die Gemeinde als Schulträger schriftlich: In Sachen Radonbelastung ist dort alles in Ordnung, alle Werte im grünen Bereich. "Wir wollen, dass unsere Schule sicher ist. Deshalb haben wir uns an diesem Programm beteiligt. Das Ergebnis freut uns, und die Aktion hat die Gemeinde nichts gekostet", ist Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler zufrieden. Es gebe keine Auflagen, alle Eltern könnten ihre Kinder weiter beruhigt zur Schule bringen.

"Bisher haben sich fünf Schulträger aus Mittelsachsen mit elf Gebäuden beteiligt, in denen insgesamt 62 Messungen durchgeführt wurden und noch werden", erklärt Frank Meyer, Pressesprecher des sächsischen Umweltministeriums. Für fünf Gebäude liegen bereits Ergebnisse vor. Lediglich in einem sei in einem genutzten Raum im Kellergeschoss der europaweit festgelegte Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft um knapp 100 Bq/m3 überschritten worden. Zum Vergleich: In den gemessenen Bereichen des Schulhauses der Grundschule Grünlichtenberg lagen die Werte zwischen 52 und 130 Bq/m3 im Jahresmittel, in der Turnhalle bei 80 Bq/m3. Allen Schulträgern sei Vertraulichkeit zugesichert worden, so Meyer. Die konkreten Teilnehmer könne er deshalb nicht nennen.

Die Messungen würden vorgenommen, da Anfang 2018 ein neues Strahlenschutzgesetz in Kraft treten soll, das erstmals verbindliche Vorgaben für den Schutz vor Radon in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen enthalten werde. In vielen europäischen Ländern gebe es bereits solche Erhebungen an Schulen und Kindergärten. Die Messungen werden in Sachsen jeweils über ein ganzes Jahr durchgeführt, um einen repräsentativen Durchschnittswert zu erhalten. Dies sei erforderlich, um klimatisch und nutzungsbedingte Schwankungen auszugleichen, so der Ministeriumssprecher.

Werde in einem Gebäude eine über dem Referenzwert liegende Radonbelastung festgestellt, dann erhalte der jeweilige Träger vor Ort von der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft eine individuelle Beratung. In manchen Fällen sei es auch möglich, Räumlichkeiten mit erhöhten Radonwerten für andere Zwecke zu nutzen.

Im Übrigen sei festgestellt worden, so Frank Meyer, dass in den meisten Schulen zu wenig gelüftet werde. Die vom Umweltbundesamt empfohlenen CO2-Konzentrationen würden meist überschritten. Dies mache Schüler und Lehrer müde und senke ihre Konzentrationsfähigkeit. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es in Schulen, in denen regelmäßig gelüftet wurde, auch keine erhöhten Radonkonzentrationen gebe. "Das Radon-Messprogramm wird fortgesetzt, weitere Teilnehmer sind willkommen", so Meyer.

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