Schulneustart in Mittelsachsen: Über 10.000 Grundschüler müssen sich testen

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Die Schulen im Kreis sind startklar und hoffen auf eine breite Teilnahme. Manche Eltern allerdings lehnen die Selbsttests ab.

Mittweida.

Nach den Osterferien beginnt am Montag wieder die Schule für rund 28.500 Mädchen und Jungen an Gymnasien, Oberschulen, Förder- und Grundschulen in Mittelsachsen. Doch wer im Klassenzimmer Platz nehmen möchte, muss zweimal in der Woche einen negativen Coronatest vorweisen. Das betrifft nun auch die über 10.500 Erst- bis Viertklässler an öffentlichen und freien Schulen.

Vorgesehen sind Selbsttests für die Nase, die schon die Jüngsten mit Aufsicht durchs Lehrpersonal eigenständig vornehmen. Zum Teil haben die Schulen im Kreis die Kits bereits erhalten, freie Träger holen sie am Wochenende beim Landesamt für Schule und Bildung in Chemnitz ab, erklärt Sprecher Lutz Steinert.

Befragte Schulleitungen aus dem Kreis zeigen sich vorbereitet, sind aber auch gespannt, wie es ab Montag funktioniert: "Ich halte die Tests von der Handhabung her für etwas kompliziert, würde einen Gurgeltest bevorzugen", sagt Birgit Butz, Leiterin der Clausnitzer Grundschule "Friedrich Schiller". Nochmals geschult werden müssten die Lehrer nicht. Die Tests seien jene, die die Kollegen bereits anwenden. Am Freitag wurden die Tests auf die Plätze gelegt, die Tische desinfiziert, berichtet Butz. Die Schulleiterin sieht vor allem einen hohen Zeitaufwand, meint aber: "Wenn ein Test positiv ausfällt, hat er seinen Zweck erfüllt."

Die Eltern von mehreren ihrer 64Schüler hätten angekündigt, ihre Kinder daheim zu lassen. Neben dieser Möglichkeit kann ein negatives Ergebnis auch auf anderem Weg, etwa per Schnelltest zuhause, eingeholt werden. Per Formular müssen die Eltern zustimmen, dass sich die Kinder in der Schule testen dürfen.

"Wir erhoffen uns eine breite Akzeptanz der Selbsttests, um mehr Sicherheit zu gewinnen und den Schulbetrieb aufrechterhalten zu können", sagt Katrin Schmitz, Leiterin der Astrid-Lindgren-Grundschule in Frankenberg, die gut 300Schülerinnen und Schülern besuchen.

Die Sorge um die Gesundheit der Lehrer, Schüler und eventuell gefährdeter Familienmitglieder bleibe. Neben den Lehrkräften, die vor Ostern vergleichbare Tests angewandt haben, werde zusätzlich verfügbares Personal die Testungen begleiten. Schmitz: "Bisher haben nur wenige Eltern ihren Unmut über die Teststrategie geäußert." Die Schule hat Klassenkörbchen mit dazugehörigen Erfassungsbögen gepackt. Ohne Verzögerung könne es am Montag losgehen, wenn die Kinder die Einwilligung vorlegen oder in Ausnahmefällen eine Selbstauskunft.

Wie den Kindern die Handhabung der Tests gelingt, wird sich auch an der Grundschule in Oederan mit 230 Kindern zeigen. Die Länge der Stäbchen erfordere eine gewisse Feinmotorik, sagt Schulleiterin Catrin Epperlein. Vorbehalte erwarte sie eher von Elternseite. "Wir werden die staatlichen Vorgaben umsetzen, so kindgerecht und so sensibel wie möglich. Ich denke, die Kinder haben die wenigsten Bedenken", sagt Jana Ahnert, stellvertretende Vorsitzende des Schulvereins der Evangelischen Grundschule Seelitz mit 85 Kindern.

"Wir begrüßen die Testpflicht auch für Grundschulen. So gibt es auch für diese Schülerschaft eine Sicherheit. Gerade für die Kleineren ist es wahrscheinlich noch am schwersten, alle Regeln einzuhalten, wie Maskentragen oder Abstandhalten", sagt Stephanie Hoffmann vom Kreisschülerrat. Man erwarte, dass viele Eltern die Testpflicht unterstützen und gerade Grundschülern die Angst nehmen. Die Resonanz auf das bisherige Testen sei positiv.

Geplant ist eine Umfrage. Alle Schüler im Kreis sollen anonym sagen können, wie es an ihren Schulen läuft, wie wohl sie sich fühlen. "Eine Vielzahl der Eltern begrüßt den Vorstoß, um eine erneute Schulschließung zu vermeiden", sagt Nicolle Möller, Kreiselternrats-Vorsitzende, zur Testpflicht. Aber es gebe auch Eltern, die sie kritisch betrachten. Die Ursachen reichen von der Unsicherheit des Kindes, den Selbsttest durchzuführen, über Angst vor Ausgrenzung bei einem positiven Ergebnis bis hin zur Ablehnung aller Maßnahmen aus Prinzip.

Stand Freitag gab es laut Landratsamt Corona-"Ausbrüche" - mindestens zwei zusammenhängende Fälle bei Personal oder Kindern - in vier Schulen des Kreises.

Ein Erklärvideo des Kultusministeriums zum Selbsttest findet sich unter diesem Link: www.freiepresse.de/schuelertests

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