Schwimmschule in Sachsenburg lässt wieder Gäste ins Becken

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Am Montag sind 10 Uhr die ersten Besucher in das kleine Bad eingelassen worden. Die Einmietungen laufen kontaktlos. Freie Termine gibt es erst wieder in gut einer Woche.

Sachsenburg.

Das kleine Schwimmbad der Familie Hoffmann im Frankenberger Ortsteil Sachsenburg hat am Montag nach mehr als drei Monaten wieder Gäste empfangen. 10 Uhr ging ein Vater mit seinem Sohn als erster ins 29 Grad warme Wasser. Er hatte im Vorfeld einen Mietvertrag abgeschlossen. Die stundenweise Vermietung der Schwimmschule zur individuellen Nutzung hat Geschäftsführer Lutz Hoffmann als Lücke in der Corona-Schutzverordnung ausgemacht. Es sieht sich damit auf der sicheren Seite.

Die Stadt Frankenberg verwies nach Anfrage auf einen "Spezialfall" für den das Gesundheitsamt zuständig sei. Die Landkreisbehörde verwies auf das generelle Verbot, Hallenbäder zu betreiben. Das sei in Sachsenburg auch nicht der Fall, argumentiert Hoffmann. Eine Kontrolle habe es am Montagvormittag jedenfalls nicht gegeben. Ob dies noch erfolge hatte, Landkreissprecher André Kaiser auf Anfrage nicht beantworten wollen. "Zur Kontrolle der Wasserqualität war das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche aber schon bei uns", sagt der Geschäftsführer.

Lutz Hoffmann und seine Frau Anja zeigten sich am Montagmittag sehr zufrieden. Die komplette Woche sei nun schon ausgebucht, das nächste Wochenende ebenso. 10 Uhr kommen täglich die ersten Gäste, der Betrieb laufe meist bis 21 Uhr. Besucher sollten immer 15 Minuten vor der vollen Stunde "einchecken", für das Baden seien genau 55 Minuten vorgesehen. Damit würden sich laut Betreiber nachfolgende Nutzer nicht im Haus begegnen. Jeder Hausstand plus Gast habe seine eigene Umkleidekabine. Diese würden nach jeder Nutzung desinfiziert, gereinigt und gelüftet.

Auch die Sauna, in Sachsenburg ist es eine Trockensauna, sei gut nachgefragt. Für das Bad sind es meist zwei bis vier Personen pro Nutzung. "Einmal werden es sogar sieben Leute", berichtet Hoffmann. "Das ist eine sechsköpfige Familie mit dem Großvater dazu." Anrufe bekomme er nicht nur aus Frankenberg und Umgebung, auch die Chemnitzer seien durch einen Artikel in "Freie Presse" auf ihn aufmerksam geworden.

"Besonders berührt hat mich der Anruf einer 85-Jährigen", erzählt der Sachsenburger. "Sie will zwar nicht selbst ins Bad kommen, wünscht uns aber viel Erfolg und Kraft." Auch Spendenangebote seien schon gekommen. Lutz Hoffmann fühlt sich in seiner Entscheidung, die Schwimmschule für Vermietungen zu öffnen, bestärkt. Dass dies genau an seinem Geburtstag erfolgte, sei bei der Idee, die er vor zwei Wochen hatte, kein Thema gewesen. Vielmehr wollte er am Tag des Inkrafttretens der neuen Schutzverordnung ein Zeichen setzen. Dass es nun so gut laufe, sei "nicht das schönste Geburtstagsgeschenk, wohl aber das spannendste."

Glücklich und zufrieden zeigten sich auch die ersten Nutzer. Der Fünfjährige, der mit seinem Vater im Wasser war, freute sich besonders, zu zeigen, dass er nicht verlernt hat, was er vor einem Jahr hier im bestandenen Seepferdchen-Kurs gelernt hat. "Ich will vor allem, dass die Schwimmschule erhalten bleibt", sagte sein Vater. "Mit meinem Besuch unterstütze ich die Betreiber, die ums Überleben kämpfen." Genossen habe er den Sprung in die warmen Fluten schon sehr. "Es ist einfach ein Stück Freiheit", erklärte der Frankenberger.

Das könnte Sie auch interessieren

11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    UwesZeitung
    16.02.2021

    Einfach Klasse. Viel Erfolg und entsprechendes Glück, dass Ihnen die Exekutive keinen Strich durch die Rechnung macht.