Seit 25 Jahren rollen die Hilfslieferungen

1994 ging der erste von inzwischen 70 Sattelzügen auf die Reise in die Ukraine und nach Litauen. Spenden sind weiterhin gefragt.

Hainichen/Grünlichtenberg.

Mit einem Lichtbildervortrag hat Projektleiter Thomas Kretschmann rund 30 Zuhörer im Gemeindesaal der Grünlichtenberger Kirchgemeinde über die Hilfstransporte des Vereins Communitas in Hainichen informiert. Die Besucher zeigten sich großzügig und spendeten an diesem Abend 271,50 Euro für die nächsten Hilfstransporte nach Litauen und die Ukraine.

Zwischenfälle mit dem litauischen Zoll, beklemmende Besuche in teils einsturzgefährdeten Behausungen und freudige Wiedersehen mit alten Bekannten - viel haben der Hainichener Thomas Kretschmann und seine Frau Raminta in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten erlebt. So lange sind sie schon federführend bei den Hilfstransporten. Doch die Geschichte der Hilfsaktion, bei der bereits mehr als 70 Sattelzüge mit insgesamt rund 1000 Tonnen Sachspenden auf die Reise geschickt wurden, reicht noch weiter zurück. Bereits 1994 organisierte die Mobendorferin Maria Jagsteid den ersten Hilfstransport in Richtung ihrer alten Heimat. Sie war selbst im Krieg aus dem Memelland geflohen. Als sie nach der Wende die Orte ihrer Kindheit besuchte und dabei auf eine alte Schulfreundin traf, führte eines zum anderen. Als die Schulfreundin aus Litauen mit ihrem Mann zum Gegenbesuch nach Mobendorf kam und später mit einem voll gepackten Auto die Heimreise antrat, bekam die Zeitung Wind davon. Das Resultat war ein Bericht mit dem Tenor "Maria Jagsteid organisiert einen Hilfstransport". Aus der Idee einer Journalistin wurde - eher unfreiwillig - Wirklichkeit. "Viele Menschen boten Maria Sachen, Federbetten und andere Dinge an. Eine Zeit lang lehnte sie ab. Doch dann gab sie sich einen Ruck und die nunmehr schon 25 Jahre andauernde Reise begann", erklärt Thomas Kretschmann.

Und wie sich am Freitag zeigte, sind die Grünlichtenberger von Beginn an Teil davon. "Wir haben schon 1994 Hilfsgüter gesammelt und nach Mobendorf gebracht. Und unsere Gemeinde wird auch weiterhin die Hilfstransporte unterstützen", erklärte Michael Kreskowsky, Mitglied des Kirchenvorstandes und gute Seele der Grünlichtenberger Kirchgemeinde. Gemeinsam mit den anderen Gästen begab er sich auf eine Bilderreise, erfuhr von der Not insbesondere alter Menschen, die mit einer Rente von oft weniger als 200 Euro auskommen müssen. Im März soll der erste Transport dieses Jahres nach Litauen starten. (ps)

Sach- und Geldspenden werden auch weiterhin jeden Samstag von 9 bis 11 Uhr im Hainichener Spendenlager in der Friedrich-Gottlob-Keller-Siedlung 27a, angenommen. Geldspenden können auch auf das Spendenkonto des Vereins Communitas bei der Sparkasse Mittelsachsen, IBAN DE54 8705 2000 3330 0100 01 überwiesen werden.

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