So macht Hainichen weltweit Druck

Friedrich Gottlob Keller hat mit dem Holzschliff die moderne Papierherstellung erfunden. An seinem 125. Todestag wird dem großen Sohn der Stadt gedacht.

Hainichen.

Was wäre die Welt ohne Papier? Diese Frage stellt Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) seinen Gedanken voran, wenn er über den zweiten großen Sohn der Stadt spricht. Es geht um Friedrich Gottlob Keller, an den am heutigen Dienstag anlässlich des 125. Todestages erinnert wird. Hainichen hatte nach dem Gellertjahr 2015 (Fabeldichter Christian Fürchtegott Gellert wurde 1715 geboren) 2016 zum Keller-Jahr gemacht, weil eben jener auch als "rastloser Geist" beschriebene Erfinder am 27. Juni 1816 in Hainichen geboren wurde.

"Ein wenig stolz können wir Hainichener schon darauf sein, dass die bahnbrechende Erfindung, Papier aus Holz herzustellen, 1843 in unserer kleinen sächsischen Stadt gemacht wurde" erklärt Greysinger. Zwei Jahre später erfolgte der erste Druck auf "Keller-Papier" durch die Druckerei Roßberg im benachbarten Frankenberg. Begraben wurde Keller in Krippen in der Sächsischen Schweiz, wo er nach einigen Jahren im erzgebirgischen Kühnhaide schon seit 1853 lebte und arbeitete und am 8. September 1895 verstarb.

Das Team des Gellert-Museums lädt am Dienstag ab 18 Uhr zum Keller-Brunnen hinter das Rathaus ein. Heute gehört Keller zu den drei Deutschen, die in die "International Hall of Fame" der Papierindustrie aufgenommen worden sind. Warum das 1908 eingeweihte Denkmal zudem kulturgeschichtlich eine Ausnahmestellung einnimmt, erfahren Interessenten bei der Kurzführung von Ursula Kolb. Die Hainichenerin hat bereits zwei fundierte Publikationen zu Keller und dem Brunnendenkmal veröffentlicht.

Keller ist in Hainichen auch immer Thema an der Oberschule, die seit 2013 seinen Namen trägt. "Die Fünftklässler haben sich in der ersten Schulwoche mit Keller und seiner Erfindung beschäftigt", erzählt Kunsterzieherin Birgit Reichert. "Zudem steht seit 2016 auch eine Büste bei uns im Schulhaus", so Schulleiterin Corinna Weinhold.

In der Stadt gibt es eine nach Keller benannte Wohnsiedlung, im Foyer des Rathauses ist seit Montag die bekannte Dauerausstellung über das Leben und Wirken des "rastlosen Geistes" für ein paar Tage zu sehen. "Am 16. September wird die Vereinigung Papiertechnischer Ingenieure in Dresden (APV) während ihrer jährlichen Zusammenkunft für ein paar Stunden unsere Stadt besuchen," berichtet Greysinger.

Kurzführung zum 125. Todestages von Friedrich Gottlob Keller am Dienstag von 18 bis 18.30 Uhr am Keller-Brunnen an der Mühlstraße in Hainichen. Der Eintritt ist frei. Die geltenden Corona-Schutzvorschriften sind zu beachten.

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