Sportlich unterwegs

Einst Athlet, heute Koordinator: Jens Sarnes will das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche in Mittweida erweitern.

Mittweida.

Für Kinder und Jugendliche, die sich in Mittweida nach dem Unterricht am Nachmittag sportlich betätigen wollen, bietet Jens Sarnes seit Schuljahresbeginn in verschiedenen Sportstätten der Stadt Betätigungsmöglichkeiten an. Der neuer Sportkoordinator hat die kostenlosen Angebote ins Leben gerufen und betreut sie. Die Teilnehmerzahl steige ständig, berichtet der 52-Jährige. So treffen sich jeweils zwischen 6 und 15 Heranwachsende, die er in den Gruppen für Fußball, Sportspiele, Volley- und Basketball sowie beim Kraftsport anleitet.

Um Training im herkömmlichen Sinn, bei dem es oft vor allem um Leistung und Wettkämpfe geht, handelt es sich dabei jedoch nicht. "Ich bin für alle da, die diesen Druck nicht wollen oder sich aus anderen Gründen bisher noch nicht für die Mitgliedschaft in einem Sportverein interessiert haben. Wer Sportarten ausprobieren, dabei vor allem Spaß haben und seine Stärken finden will, ist bei mir ebenfalls gut aufgehoben", sagt Sarnes.

Seine Aufgabe sei es, ein Projekt aus dem Europäischen Sozialfond umzusetzen. Es soll für Beschäftigung und Integration sorgen. Zuschuss und Eigenmittel der Stadt werden eingesetzt, um mehr Kinder und Jugendliche für den Sport zu begeistern. Die kostenlosen Angebote seien dabei auf die Bedürfnisse sozial benachteiligter junger Menschen zugeschnitten, erklärt Sarnes. Der Sport solle ihnen eine Alternative zu Langeweile in der Freizeit bieten.

Der Start war nach seinen Angaben leichter als gedacht. Die Vorbereitungsphase hatte im Mai vergangenen Jahres begonnen. Ein Ferienprogramm mit Ball- und Bewegungsspielen im Freibad war im Supersommer 2018 schließlich genau der richtige Weg, um Kinder und Jugendliche auf das neues Sportprojekt aufmerksam zu machen. Sarnes war in den Sommerferien täglich im Bad und lud vormittags und nachmittags jeweils für 90 Minuten zu sportlicher Betätigung ein. Das Ziel, Kinder und Jugendliche zum Mitmachen zu bewegen, wurde erreicht.

"Dabei ging es neben den Aktivitäten auch darum, dass wir uns kennenlernen und Vertrauen entwickeln", betont Sarnes. Erfahrungen bringt der ehemalige Leistungssportler unter anderem aus seiner ehrenamtlichen Trainertätigkeit für Kinder im Kanusportverein Mittweida mit. Diesem Verein gehört er seit mehr als 40 Jahren an.

Die neue Arbeitsstelle beim Sport- und Kulturbetrieb der Stadt begeistert den ehemaligen Leistungssportler. "Ich hatte großes Glück", sagt er. Bisher habe er die Dreifeldhalle in Mittweida betreut, jetzt könne er Beruf und sportliches Hobby verbinden und habe täglich mit jungen Leuten zu tun.

Der Arbeitsalltag hat ihm allerdings auch Probleme offenbart, für die er noch nach Lösungen sucht. So fühlten sich bisher Mädchen weit weniger als Jungen von den Angeboten angezogen. Einzige Ausnahme ist der Kraftsport. "In dieser Gruppe gehören inzwischen drei Mädchen und drei Jungen zum Kern", berichtet der Sportkoordinator. Schade findet er zudem, dass es kaum Rückmeldungen aus den Sportvereinen gibt, ob Kinder und Jugendliche durch ihn den Weg dorthin gefunden haben. Anfragen gebe es häufig, berichtete Sarnes. Er berate die Jungen und Mädchen beispielsweise, welche Sportarten für sie geeignet sein könnten, knüpfe Kontakte zu Vereinen und vereinbare Probetrainings.

In diesem Jahr will er verstärkt mit dem städtischen Freizeitzentrum zusammenarbeiten. "Die Angebote ergänzen sich. Das wollen wir durch gemeinsame Projekte noch stärker zeigen", erklärte er. Für die Kinder und Jugendlichen könnten sich daraus neue Möglichkeiten ergeben. Ideen, wie einen Ausflug in einen Kletterwald, gebe es bereits, sagt Sarnes.

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