Stadträte fordern von Sparkasse Alternativen

Abgeordnete kritisieren geplante Filialschließung in Mittweida

Mittweida.

Die Mittweidaer Stadträte fordern die Sparkasse Mittelsachsen auf, nach der geplanten Schließung ihrer Filiale im Neubaugebiet an der Lauenhainer Straße für die Bürger in dem Wohngebiet annehmbare Alternativen anzubieten. Das ist mehrheitlich der Tenor in der Ratssitzung am Donnerstagabend gewesen, in der Sparkassen-Vorstandsmitglied Holger Nerlich wirtschaftliche Gründe für die Schließung angeführt hatte. Negativzinsen würden das Geschäft der Banken bundesweit belasten. Nachfragen von Stadträten zur Höhe des erwirtschafteten Gewinns der Sparkasse ließ Nerlich unbeantwortet.

Zugleich machte er in der Sitzung keine Zusage für mögliche alternative Angebote zu den bisherigen Dienstleistungen der Filiale. Es sei nicht geplant, in dem Wohngebiet einen Bargeldautomaten oder Kontoauszugsdrucker aufzustellen oder - wie zum Beispiel für Erlau in Aussicht gestellt - einen Filialbus regelmäßig an der Lauenhainer Straße halten zu lassen. Die Kosten für einen Bankautomaten bewegen sich laut Nerlich im fünfstelligen Euro-Bereich. Angesichts der geringen Kundenfrequenz in dem Wohngebiet könne der aber nicht kostendeckend betrieben werden.

Das traf auf Kritik der Stadträte quer durch die Fraktionen. "Wir brauchen vor allem für ältere und behinderte Bürger in dem Wohngebiet eine akzeptable Lösung, mit der die Verschlechterung der aktuellen Situation kompensiert werden kann", fasste es Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) zusammen. Dazu müsse die Sparkasse den Dialog mit betroffenen Bürgern führen. "Wir sind mit Kunden und Bürgermeistern betroffener Kommunen im Gespräch, stehen aber zur grundsätzlichen Entscheidung der Schließung", sagte Nerlich.

Er verwies darauf, dass es in der Stadt noch eine weitere Filiale in der Innenstadt gibt, deren Mitarbeiterzahl seit 2010 um etwa 25 Angestellte gewachsen sei. Der Bankautomat dort ist aber nicht barrierefrei erreichbar. Und von älteren und behinderten Bewohnern könne man nicht verlangen, dass sie mit dem Bus zur Sparkasse fahren, so CDU-Rätin Cornelia Mühlstädt.

Die Sparkasse Mittelsachsen will zum Jahreswechsel insgesamt 16 ihrer 43 Geschäftsstellen schließen.

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