Statt Baumverbrennen gibt es nun ein Neujahrsfest

Mit Jahresbeginn hat die Tradition des öffentlichen Verbrennens im festlichen Rahmen ein Ende. Ein Gesetz erteilt strenge Auflagen. Die Dörfer der Region wollen sich die feurigen Treffen aber nicht nehmen lassen.

Mittweida.

Neues Jahr - neue Regeln. Laut sächsischem Kreislaufwirtschafts- und Bodenschutzgesetz dürfen Weihnachtsbäume und andere pflanzliche Abfälle ab Januar 2020 nicht mehr verbrannt werden. Auch für sogenannte Brauchtums- und Traditionsfeuer gelten strengere Regeln.

Laut Landratsamts-Pressesprecher André Kaiser sind diese Feuer nur dann noch genehmigungsfähig, wenn sie "von in der Ortsgemeinschaft verankerten Glaubensgemeinschaften, Organisationen oder Vereinen ausgerichtet werden und bei einer öffentlichen Veranstaltung allgemein zugänglich sind". Zudem muss es sich um eine Veranstaltung handeln, die wiederkehrend stattfindet, von kommunaler Bedeutung und bei den Einwohnern fest verankert ist sowie von vielen Bewohnern besucht wird. Ein solches Brauchtums- und Traditionsfeuer dürfe nur die Kommune genehmigen. Verbrannt werden darf nur naturbelassenes, trockenes Holz, heißt es aus dem Landratsamt. Doch nicht in allen Orten gehört das festliche Weihnachtsbaumverbrennen der Vergangenheit an. Rossau: In der Gemeinde sollen die Weihnachtsbäume in diesem Jahr auf jeden Fall noch brennen, in Seifersbach und in Rossau am Samstag in einer Woche. Die Feuerwehr hat ein Auge darauf. So wird Gemeindewehrleiter Steve Mucha in Seifersbach am Gerätehaus der Wehr an der Frankenberger Landstraße vor Ort sein. "Wir nehmen ohnehin jeden Baum selbst in die Hand", erklärt der Brandschützer. "Das machen wir schon seit vielen Jahren so, nicht wegen der neuen Verordnung." So gebe es im Vorfeld eben keine großen Stapel, jeder Baum werde einzeln in die Feuerstelle geworfen. Und weil es das Feuer in Seifersbach auch schon lange gibt, zudem von einem Verein organisiert wird, sieht Mucha das Fortbestehen dieser Tradition im Dorf nicht gefährdet. Das Feuer im Dorfzentrum von Rossau, der Festwiese am Generationenspielplatz, wird am 11. Januar vom Jugendclub veranstaltet. Erlau: Im Erlauer Ortsteil Crossen veranstalten der Förderverein der Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr am 18. Januar ein Weihnachtsbaumverbrennen auf dem Feuerwehr-Parkplatz. Zudem laden der Verein "Initiative für Erlau" und "Club Schwarze Tulpe" am 25. Januar am Feuerwehrgerätehaus Erlau zum Weihnachtsbaumverbrennen ein. "Es darf nur naturbelassenes, trockenes Holz auf einer gesicherten Feuerstelle verwendet werden", sagt Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos). Er sieht darin Traditionsfeuer, die einmal pro Saison in jedem Ortsteil veranstaltet werden dürfen. "Und das gilt nur für Vereine, die auch dafür haften, wenn Bestimmungen nicht eingehalten werden." Kriebstein: Das noch in den Vorjahren im Ortsteil Ehrenberg veranstaltete Weihnachtsbaumverbrennen findet in diesem Jahr nicht statt, wie die Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler (FWK) bestätigte. Die Gemeinde habe das untersagen müssen, aber praktisch ist es nur verschoben. So würden voraussichtlich im Februar, verbunden mit einem festlichen Anlass, auch zuvor von der Ortswehr eingesammelte Bäume verbrannt. Auf Antrag von Vereinen, die die Feste organisierten, könne das unter Einhaltung strenger Auflagen genehmigt werden. Mittweida/Hainichen: In Mittweida gibt es keine traditionellen Feuer nach dem Neujahrstag, hier sammelt der Bauhof zwar ausgediente Weihnachtsbäume an öffentlichen Sammelstellen ein. Doch hier werden die Bäume geschreddert und anschließend zum Abdecken in öffentlichen Grünanlagen verwendet. Auch in Hainichen gibt es laut Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) keine Brauchtumsfeuer nach dem Jahreswechsel. Die Weihnachtsbäume könnten an den Glascontainern abgestellt werden, wo sie der Bauhof abholt. Geringswalde: Ein Fest kurz nach Neujahr hat in Geringswalde Tradition. "Wir halten am Brauchtum fest", erklärt Ortswehrleiter Uwe Lübke. Statt ausrangierter Weihnachtsbäume wird am 11. Januar aber Scheitholz in einer Feuerschale lodern. Auch der Name ändert sich. Fortan heißt die Veranstaltung Neujahrsfest. Geringswaldes Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) begrüßt die Lösung: "Es geht um die Geselligkeit. Und nicht zuletzt darum, die Arbeit der Ehrenamtlichen der Wehr populär zu machen." Entsorger: Abgeschmückte Weihnachtsbäume können auch ohne Feuer entsorgt werden. Wie das mittelsächsische Entsorgungsunternehmen EKM mitteilt, können sie bis 8. Februar kostenfrei in den Wertstoffhöfen abgegeben werden. (jl/fa/ule)

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