Stellenabbau bei Cotesa: Belegschaft schrumpft auf fast die Hälfte

Mittweida.

Der Stellenabbau bei dem Flugzeugindustriezulieferer Cotesa Mittweida ist mit deutlich weniger betriebsbedingten Kündigungen verbunden, als noch im Mai dieses Jahres erwartet. Damals hatte die Cotesa-Geschäftsführung den Abbau von 200 der insgesamt rund 800 Arbeitsplätze angekündigt. Nun sind nach Angaben von Cotesa-Geschäftsführer Steffen Kress nur 41 Mitarbeiter von betriebsbedingten Kündigungen betroffen. Für diese Beschäftigten sei in Verhandlungen von Betriebsrat, Gewerkschaft IG Metall und Geschäftsleitung ein Paket geschnürt worden, welches neben Einmalzahlungen auch den Wechsel in eine von Cotesa mitfinanzierte Transfergesellschaft vorsieht. Ziel sei es, die betroffenen Mitarbeiter über etwa ein Jahr in der Gesellschaft zu qualifizieren und auf einen Arbeitsplatzwechsel vorzubereiten.

Dennoch schrumpft die Belegschaft an den beiden Standorten in Mittweida und Mochau (bei Döbeln) in größerem Umfang auf jetzt 370 Arbeitsplätze und damit nahezu auf etwa die Hälfte der bisherigen Größe. Das wurde laut Geschäftsführer Kress aber nicht allein durch Entlassungen erreicht, sondern durch das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen sowie Zeitverträgen und durch ein sogenanntes Freiwilligenprogramm. Bei letzterem seien Mitarbeiter freiwillig aus dem Unternehmen ausgeschieden und hätten Stellen bei anderen Arbeitgebern gefunden. Nach Angaben von Geschäftsführer Kress habe Cotesa vor dem Stellenabbau rund 750 Mitarbeiter einschließlich Leiharbeitnehmer und Zeitarbeiter beschäftigt. Zuerst habe man sich von rund 170 Leiharbeitskräften getrennt, so Kress.

Der Spezialist für Faserverbundwerkstoffe und Lieferant für die Flugzeugindustrie aus Mittweida hatte die Entscheidung zum Personalabbau unter anderem mit einem Einbruch bei Aufträgen durch Großkunden wie Airbus begründet. So hatte Airbus im Februar angekündigt, dass die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 mangels Aufträgen im Jahr 2021 eingestellt wird. Umsatzrückgänge auch im Bereich der Automobilindustrie hatten laut Cotesa-Geschäftsführung zu einer wirtschaftlichen Schieflage geführt. Nun sei Cotesa personell so aufgestellt, "dass wir zukunftssicher platziert sind", sagte Kress.

Der chinesische Mehrheitsgesellschafter unterstütze Cotesa finanziell in dem Restrukturierungsprozess, so Kress. Im vorigen Jahr hatte der chinesische Staatskonzern AT & M die Mehrheit der Anteile der Cotesa GmbH übernommen.(jl)

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