Strauße vergolden ihren Hof

Seit 15 Jahren werden die großen Laufvögel in Striegistal gehalten. Jetzt hat sich der Familienbetrieb zum ersten Mal an einem Wettbewerb beteiligt. Und gleich abgesahnt.

Striegistal.

Mit 15 Küken hat alles begonnen. Das war 2003. "Wenn sie schlüpfen, sind sie etwa so groß wie ausgewachsene Hühner. Nur mit einem langen Hals und langen Beinen", sagt Marcus Reißig. Der 29-jährige studierte Agrarwirt ist einer der beiden Geschäftsführer des Striegistaler Straußenhofes. Heute leben dort etwa 80 Tiere. 60 davon sind Schlachttiere. Aus ihnen werden nicht nur Bratenstücke, sondern auch Wurst. Für Wurstwaren ist der Hof bei einem Wettbewerb mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen ausgezeichnet worden.

Ausgetragen hat den Wettbewerb, an dem fünf Betriebe der Fleischerinnung und sieben Direktvermarkter teilnahmen, das Sächsischen Landwirtschaftsministerium zusammen mit dem Sächsischen Fleischerinnungsverband. Das Motto: Wurst- und Fleischprodukte von der Weide.

"Genau das können wir bieten. Unsere Tiere leben draußen in großzügigen Gehegen, können sich viel bewegen und haben immer Zugang zur Weide", sagt Marcus Reißig. Von dem, was die Weide bietet, ernähren sich die Tiere. Im Winter komme gehäckseltes Heu dazu, zugefüttert würden auch Gerste, Weizen, Mais und Kleie. Das Getreide stammt zum Teil aus eigenem Anbau. Das, was dazu gekauft werden muss, beziehe man von Agrargenossenschaften aus der Region.

"Immer mehr Verbraucher interessieren und engagieren sich für nachhaltigen Konsum", teilt das Landwirtschaftsministerium zu dem Wettbewerb mit. In Zeiten der Globalisierung gebe es bei der Ernährung einen deutlichen Trend zu Echtheit und Tradition. Vermarkter solcher Produkte sollen mit dem Qualitätswettbewerb, der bereits zum vierten Mal stattfand, in die Öffentlichkeit gebracht und so unterstützt werden.

Die Striegistaler Straußenhalter beteiligten sich mit Salami und Schinken sowie Leberwurst und Frühstücksfleisch am Vergleich. Für die ersten beiden Produkte gab es Gold, für die anderen Silber.

"Wir haben uns sehr darüber gefreut und waren vor allem vollkommen überrascht, gleich beim ersten Mal so gut abzuschneiden", sagt der junge Agrarwirt. Die Idee, beim Wettbewerb anzutreten, stammt von einem Begleiter aus seiner Studienzeit. "Der Mentor, der mich bei meiner Bachelorarbeit betreut hat, schickt regelmäßig Informationen, zum Beispiel zu Tagungen. Und da war auch ein Hinweis auf den Wettbewerb dabei", erzählt Marcus Reißig. "Wenn das Thema passt, werden wir wieder teilnehmen."

Da laut Ministerium das Motto für die fünfte Runde schon feststeht, ist das wahrscheinlich. Denn es lautet "Wurst- und Fleischprodukte von Wild und Geflügel". Und zu bieten habe man außer den Produkten, die jetzt bewertet wurden, noch mehr, sagt Marcus' Mutter Heidi Reißig. Sie verweist auf Wiegebraten, Wiener und Roster. Letztere sind zum Beispiel zum Weihnachtsmarkt, den es auf dem Hof seit 2014 gibt, angeboten worden. Und es gibt sie auch bei den zahlreichen Veranstaltungen, beispielsweise Hoffesten,die zum Teil zusammen mit anderen regionalen Betrieben ausrichtet werden.

Für dieses Jahr stehen erst einmal Ausbau-Arbeiten an. Die Familie hat das Nachbargrundstück, auf dem marode Scheunen stehen, gekauft. "Wir wollen das Land urbar und die Scheunen dicht machen", kündigt Marcus Reißig an. Die Scheunen könnten als Lagerraum dienen, eventuell würde später dort der Gastrobereich des Hofes erweitert.

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