Streit unter Polizisten

Da der eine Kollege dem anderen die Freundin ausgespannt hatte, herrschte im Revier eine angespannte Atmosphäre; und nicht nur das. Daher musste sich jetzt einer der beiden vor Gericht verantworten.

Chemnitz.

Vor dem Landgericht Chemnitz wurde gestern über einen Fall verhandelt, bei dem ein Polizist seinen Kollegen beleidigt haben soll. Schon im März wurde der Fall vor dem Amtsgericht Döbeln verhandelt, wo der Angeklagte zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt wurde. Dieser ging daraufhin in Berufung.

Hintergrund der Beleidigung war der Streit um eine Frau. Der Kollege hatte dem Polizisten die Freundin ausgespannt, mit der dieser auch ein gemeinsames Kind hat. Kurz danach wurde die Freundin, ebenfalls bei der Polizei tätig, versetzt. Und das ausgerechnet in das Revier, in dem auch der Angeklagte und sein Kollege arbeiteten. Daraufhin kam es immer wieder zu Spannungen, die sich auch körperlich entluden. Der Angeklagte verletzte bei einer Feierlichkeit den Kollegen, es kam zu einem ersten Prozess. Unter der Auflage einer Geldzahlung wurde dieser eingestellt. Der Kollege verfügte daraufhin über das sogenannte Gewaltschutzgesetz, dass sich der Nebenbuhler ihm nicht mehr nähern darf.

Dennoch kam es immer wieder zu Streitigkeiten im Revier, sodass der Dienststellenleiter sich gezwungen sah, den Polizisten in ein anderes Revier zu versetzen. Als der Angeklagte seinerzeit davon erfuhr, reagierte er sehr aufgebracht, wie sein damaliger Chef als Zeuge erklärte. Der Angeklagte hätte den Raum verlassen und dabei "das wird das Schwein nicht überleben" gebrüllt. So die Aussage zweier Zeugen. Der Angeklagte erwiderte, er habe "das wird er schon noch erleben" gerufen. Der Kollege selbst war in dieser Zeit nicht anwesend. Nach eigener Aussage hatte er mit einer solchen Reaktion gerechnet und deshalb vorab das Revier verlassen.

Die Richterin sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seinen Kollegen beleidigt hat. Dazu sei es nicht notwendig, dass dieser anwesend war. Während des Prozesses nannte der Polizist seinen Kollegen wiederholt "Kameradenschwein".

Der Angeklagte plädierte auf Freispruch mit der Begründung, er habe durch die Trennung und die anschließenden Erlebnisse eine krankhafte seelische Störung erlitten. Die Richterin sah dafür keine Anhaltspunkte und wies die Berufung deshalb zurück. Der Angeklagte kann noch in Revision gehen.

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