Streit vor Gericht um ein Messer

Ein 20-Jähriger ist bereits für einen Diebstahl verurteilt worden, bei dem er in Mittweida eine Waffe dabei hatte. Das war auch bei der Berufung ausschlaggebend.

Chemnitz/Mittweida.

Bereits im Januar dieses Jahres hatte sich das Amtsgericht Chemnitz in einer mehrtägigen Verhandlungen mit dem Fall befasst, der jetzt in einer Berufungsverhandlung an der nächsthöheren Instanz, dem Landgericht Chemnitz, erneut aufgearbeitet wurde: Der Anklage zufolge hatten zwei junge Männer im Mai des vergangenen Jahres in einem Supermarkt in Mittweida diverse Waren gestohlen. Zudem hatten sie aus einem im Markt abgestellten Einkaufswagen eine Geldbörse entwendet, die unter anderem 270 Euro enthielt. Beim Verlassen des Marktes wurden sie gestellt und versuchten zu fliehen. Der jüngere der beiden Angeklagte, ein 20-Jähriger, hatte bei dem Fluchtversuch einen Zeugen angerempelt, um seinem Komplizen die Flucht zu ermöglichen. Polizeibeamte fanden bei dem 20-Jährigen ein Messer .

Weitere Anklagepunkte bezogen sich auf einen Einbruch in einen Pkw, die Erschleichung von Leistungen durch Schwarzfahrten mit der Bahn und weitere Gesetzesverstöße.


Die zwei marokkanische Staatsbürger im Alter von 20 beziehungsweise 22 Jahren waren deshalb vom Amtsgericht wegen räuberischen Diebstahls zu Freiheitsstrafen, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt worden.

Beim Strafmaß für den jüngeren Angeklagten hatte es Auswirkungen auf das Strafmaß, dass er bei der Tat in seinem Rucksack eine verbotene Waffe in Gestalt des Messers mit sich führte. Verurteilt wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten mit der Chance auf Bewährung und der Auflage, 100 Stunden gemeinnützig zu arbeiten. Während sein älterer Komplize mittlerweile abgeschoben worden ist, legte der 20-Jährige Berufung gegen das ihn betreffende Urteil ein.

Vor der 2. Strafkammer des Landgerichtes unter Vorsitz von Richter Michael Mularczyk beschränkte sein Verteidiger den Einspruch auf die Bestrafung wegen des Mitführens von Waffen. Das Messer sei weder eingesetzt worden noch griffbereit gewesen, der Schuldspruch also falsch, so der Anwalt. Mit Hinweis auf das Gesetz, das schon das Mitführen einer Waffe unter Strafe stellt, und auf die Tatsache, dass das Messer tatsächlich im Besitz des Angeklagten war, empfahl das Landgericht nun, die Berufung zurück zu nehmen. So geschah es dann auch, das Urteil des Amtsgerichtes Chemnitz ist damit rechtskräftig.

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