Tag der Bundeswehr fällt Seuche zum Opfer

Zwei Tage lang sollte sich in Frankenberg vieles rund um die Truppe drehen. Doch wegen der Coronapandemie wurde die Großveranstaltung abgesagt.

Frankenberg.

Die Werbezettel für das Großereignis im Juni waren bereits verteilt. Doch inzwischen kam das Aus: Der Tag der Bundeswehr 2020 ist abgesagt. Die Gefahr von weiteren Infektionen mit dem Coronavirus Covid-19 werde dadurch minimiert, teilte Oberstleutnant Andreas Knolle vom Presse- und Informationszentrum des Kommandos Streitkräftebasis in Bonn mit.

"Die Bundeswehr bedauert, sich in diesem Jahr nicht wie vorgesehen mit ihren Soldatinnen, Soldaten und Zivilangestellten sowie zahlreichen Exponaten, Vorführungen und Flugprogrammen der Öffentlichkeit präsentieren zu können", so Knolle weiter. An 15 Standorten wollten Truppe und Verwaltung am 13. Juni ihre Türen für interessierte Besucher öffnen. Doch die Eindämmung des Coronavirus habe Vorrang. Der Schutz der Menschen gehe vor.

Für Frankenberg ist der Wegfall doppelt schade. Denn neben Berlin war die Stadt die einzige, in der der Tag der Bundeswehr 2020 zwei Tage lang dauern sollte. Geplant waren der 13. und der 14. Juni. Das hatte Oberleutnant Renzo Di Leo im Februar zu Beginn seiner Tätigkeit als Presseoffizier der in Frankenberg stationierten Panzergrenadierbrigade 37 angekündigt. "2016 konnten wir aus diesem Anlass 15.000 Besucher begrüßen", sagte damals sein Vorgänger Hauptmann Sebastian Grünberg. Die Bevölkerung könne dann die ganze Brigade kennenlernen, sehe Panzer und mehr Technik, könne aber auch mit Offizieren von Marine und Luftwaffe ins Gespräch kommen.

2019 zum fünften Tag der Bundeswehr konnten bundesweit 270.000 Besucher gezählt werden. An 14 Standorten präsentierte sich die Bundeswehr damals mit all ihren Facetten. Den Tag der Bundeswehr 2020 abzusagen, helfe, die Weiterverbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Die Bundeswehr stehe mit allen ihr verfügbaren Mitteln an der Seite der Bevölkerung. Auch in der Krise konzentriere sich die Truppe auf ihre Kernaufträge in der Landes- und Bündnisverteidigung, so das Kommando Streitkräftebasis. Zudem leiste die Bundeswehr Amtshilfe und unterstütze dort, wo sie gebraucht werde - zuletzt halfen sechs Soldaten aus Frankenberg im Alten- und Pflegeheim in Radeberg. "Was immer jetzt gebraucht wird, wenn wir helfen können, tun wir es", erklärte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

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