Telekom forciert Ausbau zum schnellen Internet

Rund 4000 Haushalte in Hainichen sollen mit höherer Geschwindigkeit surfen können. Doch die Stadt verfolgt eigene Pläne.

Hainichen.

Das Internet im Wohngebiet Gartenstadt ist laut Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) ausgesprochen langsam. Bewohner haben sich darüber schon lange beschwert. Nun hat die Telekom reagiert und will für schnelles Internet sorgen. Damit tritt das Unternehmen in den Wettbewerb zur Stadt, die parallel eigene Pläne für den Breitbandausbau verfolgt.

Die Telekom will auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler die Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzen. Das soll für höhere Übertragungsgeschwindigkeiten sorgen. Außerdem lässt das Telekommunikationsunternehmen seit Juni 21 Verteilerkästen aufstellen oder umrüsten. Die Firma will nach eigener Aussage bis April 2019 4000 Haushalte in Hainichen ans schnelle Internet anschließen. Der Ausbau beginnt nach Informationen von Bürgermeister Greysinger in der Gartenstadt. Der Regionalmanager der Deutschen Telekom Sten Pinkert sagt: "Unser Ziel lautet: Breitband für alle. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr bis zu vier Milliarden Euro." Die Firma verspricht Datenübertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Herunterladen und 40 Mbit/s beim Hochladen. Ab der zweiten Jahreshälfte seien bis zu 250 Mbit/s möglich. Wer das schnellere Internet nutzen will, müsse aber neue Verträge abschließen oder alte anpassen.

Passen diese Pläne der Telekom zur Breitbandausbau-Initiative der Stadtverwaltung? Der Bürgermeister gibt sich gelassen: "Möglicherweise gibt es in drei Jahren drei konkurrierende Netze, aber das ist nicht schlimm: Konkurrenz belebt das Geschäft." Dass die Telekom einen eigenen Netzausbau vorantreibe, sei ihr gutes Recht. Zuvor habe die Stadtverwaltung versucht die Telekom für die eigenen Ausbaupläne zu gewinnen, doch das Unternehmen habe abgelehnt.

Für den eigenen Breitbandausbau hat sich die Stadt für das Betreibermodell entschieden. Die Kommune übernimmt den Netzausbau und verpachtet es dann an eine Betreiberfirma. Bis Ende Juni haben Bieter Angebote eingereicht, die nun bei einer Anwaltskanzlei ausgewertet werden, so Greysinger. Am 22. August soll im Stadtrat der Zuschlag vergeben werden. Danach müssten die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden und erst dann folge die Umsetzung. "Ziel ist, dass der Anschluss mit schnellem Internet bis in jedes Haus oder gar jede Wohnung gelegt wird", sagt der Bürgermeister. Ein finanzielles Risiko bestehe für die Stadt nicht. Der Freistaat übernehme den kommunalen Anteil an den Investitionen. Hainichen soll so ein hochleistungsfähiges Netz mit einer Datenübertragung von mindestens 100 Mbit/s, teils bis zu 1 GB/s erhalten. Nach früheren Angaben der Stadt gelten etwa 4000 Haushalte als unterversorgt, haben also weniger als 30 MB/s anliegen. (mit jl und ug)

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