Tempo 30: Anwohner ringen um Kompromiss

In Seifersbach scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. An der Schönborner Straße könnte es abschnittsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen geben

Rossau.

An der Schönborner Straße im Rossauer Ortsteil Seifersbach soll an mehreren Abschnitten bald Tempo 30 gelten. Nach einer Ortsbegehung von Gemeinderäten, Mitarbeitern des Landratsamtes Mittelsachsen, Vertretern der Polizeibehörde und Anwohnern könnte es diesen Kompromiss im Streit um die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Kreisstraße geben.

Petra Hahn, Mutter von drei Kindern im Alter von drei bis neun Jahren und CDU-Gemeinderätin gehört zu den Einwohnern des Ortes, denen die innerörtliche Begrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde nicht ausreicht. Sie, etliche andere Eltern und ältere Menschen fürchten, dass der Fußweg nicht sicher ist, wenn Autos die Ortsdurchfahrt mit diesem Tempo befahren. "Es gibt keinen Bordstein. Den Gehweg trennt nur eine niedrige Kante von der Fahrbahn", schildert Petra Hahn den Zustand. Zwar signalisierten die Kante und die rote Farbe des Belages, wo Fußgänger und radfahrende Kinder Vorrang haben. Doch da es sich um einen "befahrbaren Gehweg" handele, nutzten ihn auch Kraftfahrzeuge. Das hat laut Petra Hahn insbesondere in Kurven schon zu einigen brenzligen Situationen geführt. "Ich habe meine Kinder aufgefordert, an den engen und gefährlichen Stellen auf dem Grasstreifen neben dem Fußweg zu laufen", sagt sie. Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) weiß um die Konflikte. Kraftfahrer wollten zügig voran kommen. Da die Straßenbreite teilweise den Begegnungsverkehr von zwei breiten Fahrzeugen nicht zulasse, weiche einer auf den Gehweg aus. Das sei zulässig, könne bei unangemessener Geschwindigkeit in unübersichtlichen Kurvenbereichen jedoch leicht Fußgänger oder beispielsweise auch Personen mit Kinderwagen in Bedrängnis bringen, habe er beobachtet. "Die Autofahrer müssen ihr Tempo unbedingt reduzieren", betont er. Da dazu nicht jeder freiwillig bereit sei, hofft er auf Tempo-30-Schilder. "Wir haben die Zusage vom Landratsamt, dass geprüft wird, für welche Abschnitte die von uns geforderte streckenbezogenen Geschwindigkeitsbeschränkungen möglich ist", informierte er den Gemeinderat in der jüngster Sitzung. Beim Vororttermin seien die gefährlichen Abschnitte der Straße begutachtet worden.

"Es geht schließlich auch um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg", betont Petra Hahn. Sie hoffe, dass mehrere Abschnitte mit Tempo 30 Autofahrer nicht zum ständigen Wechsel zwischen Gaspedal und Bremse animieren, sondern den gleichen Effekt haben wie eine durchgängige Tempo-30-Zone. Die Autofahrer sollten ihrer Meinung nach insgesamt langsamer durch Seifersbach fahren.

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