Trotz Ferien ab 6 Uhr auf Sendung

Für das Programm von "99drei Radio Mittweida" sind ausschließlich Studenten verantwortlich. Auch zur Urlaubszeit sind sie täglich zu hören.

Mittweida.

Der Tag bei "99drei Radio Mittweida" beginnt früh. Um 5 Uhr morgens ist Martin Benedix zum Hochschulgebäude in der Bahnhofstraße gekommen, eine Stunde später beginnt der "Frühflieger". Die Morningshow läuft von Montag bis Freitag zwischen 6 und 9 Uhr, an diesem Tag gestalten Benedix und seine Kommilitonin Michelle Lange die Sendung. Beide haben gerade ihr viertes Semester an der Hochschule beendet. Seit knapp zwei Wochen sind Semesterferien, trotzdem sind die Studenten regelmäßig vor Ort. Denn das Hochschulradio macht keine Pause, ist täglich 24 Stunden auf Sendung.

Normalerweise ist in den Räumen von "99drei" - ein großes Redaktionszimmer mit zwei kleinen angeschlossenen Studios - viel los. Insgesamt 25 Personen waren im Sommersemester im Radio-Projekt engagiert. Sie alle studieren Medienmanagement, der Sender ist ein Wahlpflichtmodul im Studiengang. An den Abendsendungen, die wochentags von 19 bis 21 Uhr laufen, sind außerdem noch etwa 15 bis 20Studierende anderer Fachrichtungen beteiligt. In den Ferien allerdings sind selten mehr als fünf Leute vor Ort, erzählt Programmchefin Amelie Fromm. Um den Sendebetrieb am Laufen zu halten, ist Organisation alles: Zum Ende des Semesters haben sich die jungen Radiomacher in eine Liste eingetragen und so aufgeteilt, wer in welchen Wochen vor Ort ist. Die Nachrichtenschichten wurden von drei auf zwei reduziert, in besser besetzten Wochen werden nach Möglichkeit Beiträge für die weniger gut besetzten vorproduziert. Auch sei die Themenfindung in der Ferienzeit schwieriger als sonst, sagt Fromm. Trotz dieser Umstände, so die 20-Jährige, sei das Radiomachen in den Semesterferien entspannter: "Die ganzen anderen Verpflichtungen, die mit dem Studium einhergehen, fallen ja weg."

Ausgefallen ist in diesen Ferien bislang noch keine Sendung. In der Vergangenheit sei das allerdings schon passiert, erzählt die Programmchefin. Auch dass die Abendprogramme, die sonst live auf Sendung gehen, vorproduziert werden, komme in der Ferienzeit gelegentlich vor.

Den gesamten Tag über muss die Redaktion weder in der Vorlesungszeit noch jetzt besetzt sein. Denn wenn nicht gerade der "Frühflieger" oder die abendlichen Sendungen laufen, wird die sogenannte Automation eingeschaltet. Das Programm - Musik und Einspieler- laufen dann ganz von allein. Dennoch sind die jungen Radiomacher gern vor Ort. "Man kommt hier in eine Gemeinschaft, wir sind fast wie eine Familie", sagt Amelie Fromm, die sich nach einem Jahr beim Hochschulradio auch eine berufliche Zukunft beim Radio vorstellen kann.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...