Verkehr auf Badweg nur noch in eine Richtung

Die Straße in Altmittweida ist saniert worden und nun Einbahnstraße. Der Bauhof hat das Einfahrverbotsschild so befestigt, dass es nicht mehr umgedreht werden kann. Bisher halten sich viele noch nicht an die neue Vorschrift.

Altmittweida.

Am Badweg in Altmittweida sind die Sanierungsarbeiten vorerst abgeschlossen. Laut Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) sind in einer Senke zwischen Ortskern und Siedlung der marode Belag abgefräst, der Untergrund verdichtet und eine neue Deckschicht aufgebracht sowie die Randstreifen an der Straße in Ordnung gebracht worden. Grund zum Klagen über den Straßenzustand haben die Altmittweidaer damit nicht mehr. Allerdings stellen nun Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften ein Problem dar.

Wie der Ortschef in der Gemeinderatssitzung am Montagabend sagte, ist der Anlass dafür die Ausschilderung des Badwegs als Einbahnstraße. Die neue Verkehrsvorschrift erlaubt das Befahren des Weges nur noch von der Ortslage Altmittweida aus zur Chemnitzer Straße. Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich daran. "Etliche Autofahrer ignorieren das Einfahrverbot aus der Gegenrichtung", sagte Miether. Die Verkehrsbehörde in Mittweida hat das Verbot der Einfahrt aus Richtung der Chemnitzer Straße jedoch auf Druck der Gemeinde angeordnet. Der Verkehr ist damit nur noch in der vom Pfeil vorgegebenen Richtung erlaubt. "So soll es auch bleiben, damit das Ergebnis der Straßenerneuerung nicht binnen kurzer Zeit wieder zunichtegemacht wird", sagte Miether.

Als erste Maßnahme gegen Verstöße kündigte er eine stabilere Befestigung des Einfahrverbotsschildes an. Der Briefkasten-Schild, so seine saloppe Bezeichnung für das Verkehrszeichen mit rotem Kreis und weißem Querbalken, sei schon mehrfach von Unbefugten umgedreht worden. Damit wollten Falschfahrer wohl im Falle einer Kontrolle einem Bußgeld entgehen. Das Missachten des Schildes kann Autofahrer 50 Euro kosten, Fahrradfahrer 20 Euro. Auf "Freie Presse"-Nachfrage sagte Miether am Dienstag, dass Bauhofmitarbeiter das Schild nun so moniert hätten, dass es weniger leicht umzudrehen sei.

Bei Gegenverkehr erfolgte das Ausweichen laut Miether wie schon vor der Sanierung bestenfalls in den Buchten, die ursprünglich dafür vorgesehen waren. Besonders Eilige nutzten jedoch auch weiterhin den Randstreifen, so der Bürgermeister. Mit der Einbahnstraßen-Regelung sollte jedoch genau das vermieden werden. Einige Räte reagierten empört. "Wir sind sauer", hieß es. Rund 35.000 Euro, die die Kommune für die Arbeiten laut Kostenvoranschlag berappen muss, sind nach Ansicht von Gemeinderäten und Bürgermeister für das Dorf kein Pappenstiel.

Deshalb müsse verhindert werden, dass es auf der engen Straße weiter zu Begegnungsverkehr kommt und die unbefestigten Bereiche dadurch schnell wieder beschädigt werden. Zumal die Arbeiten noch nicht einmal beendet sind, sagten Ratsmitglieder. Laut Miether ist das Bankett mit Tragschicht fertig. Nach dem Winter sollen jedoch noch Mutterboden und Grassamen aufgebracht werden, um so mehr Stabilität herzustellen. Die Bauphase ist dadurch noch nicht völlig abgeschlossen.

Für die Geisterfahrer auf der Strecke hat der Ortschef kein Verständnis. Sie gefährdeten andere Verkehrsteilnehmer und zusätzlich den Erfolg der Baumaßnahme, sagte er. Der Umweg, der durch die Fahrt über die Neusorger Straße entstehe, sei zudem nicht groß. Eine Entscheidung, ob die Verkehrsführung künftig erneut geändert werden soll, haben die Räte bislang nicht getroffen. "Sechs Monate werden nicht ausreichen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen", sagte Miether. Mehrheitlich gehe die Meinung im Rat und in der Bevölkerung dahin, es am Badweg dauerhaft beim Einfahrverbot aus einer Richtung zu belassen.

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