Vierbeiner stehen vor sportlicher Herausforderung

Hundesportfreunde fiebern der sechsten Auflage des Agility- Wintercups in Seelitz entgegen. Das Starterfeld ist ausgebucht.

Seelitz/Geringswalde.

Ines Thorenz ist aufgeregt. An diesem Wochenende findet der Agility-Wintercup statt. Der Geringswalder Hundesportverein (HSV) ist Ausrichter der beliebten Hundesportveranstaltung in der Reithalle in Seelitz. Mit ihrer Doppelfunktion als Trainerin und Mitorganisatorin der Veranstaltung hat sich die 49-Jährige einiges aufgeladen. "Ich bin dafür verantwortlich, dass bei den Wettbewerben alles reibungslos abläuft." Allein zehn Teams, bestehend aus Hund und Führer, laufen für den HSV auf.

Trotz Organisationsaufwands lässt es sich die Hermsdorferin nicht nehmen, mit Parson-Russell-Terrier Pipalotta an den Start zu gehen. Zahllose Stunden des Trainings liegen hinter dem Team, das den Parcours gemeinsam meistern will. Dabei bilden Unterordnung, bei Fuß gehen und auf Kommandos achten die Grundvoraussetzungen, schildert Ines Thorenz. "Die Begleithundeprüfung ist für die Teilnahme am Cup unerlässlich. Und die Tiere sollten Sozialverträglichkeit verinnerlicht haben." Die zweieinhalbjährige Pipalotta bringe gute Voraussetzungen mit. Auch die im Parcours aufgebauten Geräte seien ihr vertraut. "Wir genießen einen Riesenvorteil, indem wir in der kalten Jahreszeit in der Seelitzer Reithalle trainieren können. Das ist nicht selbstverständlich, und dafür sind wir sehr dankbar. Denn von solchen Bedingungen können andere Hundesportvereine nur träumen."

Vereinschef Udo Nestler geht es dieses Wochenende ruhig an. "Mit 110 gemeldeten Teams ist das Starterfeld ausgeschöpft." Der Seelitzer Wintercup habe sich in der Szene längst einen Namen gemacht. Aber Nestler weiß, was geht, und was ein Zuviel auf den Starterlisten wäre. Damit die Abläufe funktionieren, müssen ein Richter beim sächsischen Dachverband bestellt, Schreiber und Streckenbeobachter benannt werden. Der bürokratische Aufwand sei nicht ohne. "Immerhin trägt die Veranstaltung Prüfungscharakter", so Nestler. Teilnehmer erhielten Leistungskarten, die die Qualifizierung des Teams bescheinigten. Und auch sonst müsse man am Ball bleiben. "Es kommen immer wieder neue Gerätschaften auf den Markt. Deren Einsatz ist im Regelwerk vorgeschrieben, und wir kommen nicht daran vorbei, unseren Parcours ständig zu modernisieren."

Nestler sagt das nicht frei von Bauchschmerzen. Zahlt der Verein doch für Hürden, Stege, Reifen, Tunnel oder Wippen locker 1000 Euro pro Gerät. Finanzieren ließen sich solche Investitionen über Veranstaltungen wie die in Seelitz oder den Turmcup Ende April in Geringswalde. Zudem kämen Fördergelder von Landes- und Kreissportbund hinzu.

Agility (englisch für Wendigkeit, Flinkheit) ist eine Hundesportart, die aus England stammt. Kernstück ist die fehlerfreie Bewältigung einer Hindernisstrecke in einer vorgegebenen Zeit. Der Hund läuft im Parcours frei und darf vom Hundeführer während des Laufs nicht berührt werden. Er wird ausschließlich über Hörzeichen des Hundeführers und dessen Körpersprache geführt.

Der Agility-Cup findet diesen Samstag und Sonntag je ab 9 Uhr statt. Besucher mit Hunden sollten Impf- und Versicherungsnachweis für ihre Tiere mitbringen. Eintritt frei.

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