Von großen Träumen und Straßenlöchern

Wahlen 2019: Auf der fünften Etappe der Wahlwanderung, zwischen Oederan und Brand- Erbisdorf, wünschen sich die Einwohner oft Dinge, die auch anderen zugute kommen würden.

Oederan/Brand-Erbisdorf.

Nach der Hälfte meiner Wahlwanderung durch Mittelsachsen bewahrheitet sich das Zitat, das ich der Tour vorangestellt hatte: "Wer geht, sieht im Durchschnitt mehr, als wer fährt." Zum Beispiel, wie schwierig es Fußgänger haben. Als ich am Mittwoch durch Breitenau laufe, treffe ich an der Straße des Friedens Marion Braun. Die Straße ist schmal, kurvig, hat keinen Fußweg. "Ich war mehrmals bei der Stadt, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu bekommen", sagt die Rentnerin. Passiert ist nichts. Autofahrer hätten es schwer: "Mit Pflaster kommt da keine Ruhe rein", sagt sie. Das sollte auch auf der 5. Etappe Thema sein.

Zu den ersten Oederanern, die mir begegnen, gehören Jogger und Hundeausführer am Rand des Stadtwaldes. Die Wege, die neuen Bänke, die regelmäßig aufgefüllten Hundetoiletten: alles schön, sagen sie, "aber wir brauchen eine eingezäunte Hundewiese". Im Wald werden Sturmschäden beseitigt, als ich am Feld nach Kirchbach laufe. "Sie wollen bestimmt einen Stempel", spricht mich Bärbel Hermsdorfer an. Der Jakobsweg führt durch das Dorf. Doch deshalb bin ich nicht da: Mir geht es um die Wünsche der Kirchbacher vor der Kommunalwahl. Da überlegt sie nicht lange: "Wir brauchen einen Spielplatz." Es gebe viel Nachwuchs in den letzten Jahren, bekräftigt ihr Mann. Vor allem für die älteren Einwohner fehle zudem eine Einkaufsmöglichkeit.


St. Michaelis überrascht mich mit viel Verkehr. Bis zur Feuerwehr ist das kein Problem, doch dann endet der Fußweg und der sanierte Abschnitt der Talstraße. Löcher und abbrechende Kanten zieren die Staatsstraße. "Das hat mit Fahren nichts mehr zu tun", sagt eine Einwohnerin. Wichtiger als ein Fußweg ist ihr ein Radweg nach Langenau und in die Stadt - dafür könne die alte Bahnstrecke benutzt werden. Sie hat noch ein anderes Anliegen: Wenn Äste abstürzen und Bäume zu hoch werden, sei es langwierig, jedes Mal eine Genehmigung einzuholen. "Alles in Ordnung", sagt Evelin Hengst über ihre Stadt, die wie ich über den Brandweg läuft. Nur die Baustellenampeln seien belastend.

Nun muss ich mich beeilen: Sportlehrer Jens Matthes hat mich in die Turnhalle des Cottagymnasiums eingeladen. Dort trainiert er die Rope Skipper des SSV 91, die "Saxon Kangaroos". Die Mitglieder des Stadtsportvereins, die das Sport- und Freizeitzentrum nutzen, hätten mit einer heruntergewirtschafteten Halle zu kämpfen. "Dort müsste was gemacht werden." Seine Abteilung könne sich nicht beschweren. Seit 1998 haben sie 280 Auftritte absolviert, unzählige Preise gewonnen und mit 40 Mitgliedern keine Nachwuchsprobleme, erzählt Matthes. Extrem schnelle Seilsprünge und Choreografien gehören zu ihrem Können. Ein paar sind schon da, darunter Leonie (15) und Jasmin (16). Sie gehören zum Team, das im Juli bei der WM in Oslo antritt. Die Teilnahme ist teuer. "Ich möchte die Erfahrung sammeln, wie es bei einer Weltmeisterschaft zugeht", sagt Jasmin. Was sie an dem Sport fasziniert, ist die Mischung: Ausdauer, Kraft, Geschwindigkeit und Koordination. "Ich will nach der Schule weitermachen", sagt Leonie.

Kontakt Sie erreichen Laura Kaiser unter Telefon 0151 14817299. Die Tour können Sie im Internet unter www.facebook.com/stockundstein2 verfolgen.

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